NEUSTART!

Der Nationalrat hat heute der ÖVP-Alleinregierung unter Bundeskanzler Sebastian Kurz mehrheitlich das Misstrauen ausgesprochen. Eingebracht wurde dieser Antrag von der SPÖ. Die Politik des absoluten „Drüberfahrens“ ist damit vorerst beendet. Damit wurde auch der Weg frei gemacht für eine echte ExpertInnenregierung, die Österreich mit sicherer Hand zur Nationalratswahl im Herbst führen wird. Die Begründung des Antrags bzw. die Entwicklung bis zur heutigen Entscheidung gibt es jetzt unter www.fsg.at zum Nachlesen!
Wir sozialdemokratischen GewerkschafterInnen werden uns für einen sozialen Neustart in Österreich einsetzen. Wir stehen für einen starken Sozialstaat, für ein funktionierendes Gesundheitssystem, für mehr Steuergerechtigkeit und für eine fortschrittliche Gesellschaft. Wir sagen „Nein“ zu käuflicher Politik, wir wollen VerantwortungsträgerInnen, die ausschließlich der Bevölkerung verpflichtet sind.
Die sozialdemokratischen GewerkschafterInnen in Europa haben im EU-Wahlkampf großen Einsatz gezeigt. Dafür gebührt ihnen unser besonderer Dank!
Mit Evelyn Regner ist weiterhin eine starke Stimme für die ArbeitnehmerInnen im EU-Parlament vertreten. Es stehen große Herausforderungen an: Die EU muss soziale Gerechtigkeit noch stärker in den Mittelpunkt rücken. Gemeinsam werden wir weiter für faire Löhne und Gehälter sowie für gute Arbeitsbedingungen kämpfen. Mehr lesen!
FREUNDSCHAFT   Rainer Wimmer – Bundesvorsitzender
Willi Mernyi – Bundesgeschäftsführer
und dein FSG-Team

Haltung zeigen – Kurz abwählen!

An die SPÖ-Abgeordneten zum Nationalrat:

ES REICHT!
Die ÖVP hat durch die Koalition mit der FPÖ eine Regierung gebildet, die zuletzt nur noch durch gesetzliche Maßnahmen auffiel, die den sozialen Frieden in Österreich massiv bedrohten, Armutsgefährdung und Überwachungsmaßnahmen steigerten sowie Kinder und Asylant*innen aussondern. Wir alle haben das hautnah erlebt.

Die schon lange fällige Auflösung der rechtskonservativen Koalition mit der FPÖ wurde nun von ÖVP-KURZ in einer Art und Weise umgesetzt, die eine veritable Regierungskrise auslöste. Zack,zack wurde von einer unmenschlichen Regierungsarbeit auf eine ebenso bedrohliche Wahlkampfarbeit umgestellt. Nunmehr stehen der KURZschen ÖVP Ministerien und Regierungsarbeit für die Umsetzung eines Wahlkampfes mit rechtskonservativen Zielen zur Verfügung.

ES REICHT!

Die Rückschritte in der Bildungspolitik sind deutlich sichtbar:
# Mehr Selektion und Aussonderung durch Deutschförderklassen und Cooldown-Klassen.
# Kürzung der finanziellen Mittel für Fördermaßnahmen an Schulen und in der Aus- und Fortbildung an den Pädagogischen Hochschulen.
# Unnötigen Stress für Schüler*innen und Lehrer*innen durch Einführung von fragwürdigen Testungen zur Selektion (z.B. MIKA-D).
# Fehlen von Maßnahmen zur Förderung der Medienbildung mit digitalen Medien.
# Abschaffung der Neuen Mittelschule und Wiedereinführung eines “Zweiklassensystems” im Hinblick auf Lehrpläne und Beurteilung in der Sekundarstufe
# Wiedereinführung von frühzeitig verpflichtenden Ziffernnoten und Erleichterung des “Sitzenbleibens” in der Primarstufe
# Abkehr vom System eines vertrauensvollen Miteinander in der Schule hin zu einer restriktiven Strafkultur (z.B bei Verletzungen der Schulpflicht)

Die Liste lässt sich noch verlängern.

ES REICHT!

Wir fordern die Parteileitung und die Abgeordneten der SPÖ im Nationalrat auf, die Macht der KURZschen ÖVP zu stoppen und die verbleibende KURZ-Regierung im Parlament abzuwählen.

Es gilt nun eine klare Haltung einzunehmen, rechtem und rechtsextremem Gedankengut KEINERLEI Plattform zu bieten und aufzuzeigen, wie eine solidarische und menschliche Gesellschaft durch zukünftige Regierungsarbeit der SPÖ ermöglicht werden kann. NEUWAHLEN sind gut – aber nur wenn es gelingt, die Fortführung der KURZschen erzreaktionären und rückschrittlichen Politik im Weiteren zu verhindern.

Daher gilt es: HALTUNG ZEIGEN und nicht zaudern.

Jour flex: FSG an der PH Wien

Liebe Kolleginnen, Liebe Kollegen,

nachdem im Herbst 2019 die Personalvertretungswahlen anstehen, wollen wir – die FSG/PHW – euch zu einer ersten Vorbereitungssitzung herzlich einladen.

Ziel dieser Veranstaltung ist es, in Vorbereitung der DA/GBA-Wahl, Wahlthemen zu diskutieren, Kandidat*innen-Listen zu erstellen sowie Personen für die Wahlkommissionen zu finden.

Wir treffen uns dafür am 22. Mai 2019, um 18:00h im Gasthaus Zum Anningerblick. (Dr.-Eberle-Gasse 3, 1100 Wien)
Bis dahin ein herzliches – Freundschaft!

Barbara, Sybille, HP und Christian

Freinet-Pädagog*innen gegen Ziffernnoten und Sprachtests

Offener Brief der Kooperative Freinet Österreich –

Freinetgruppe Wien – Atelier Schule

An das
Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung
Univ.Prof. Dr. Heinz Faßmann

Stellungnahme der Freinet-Fachtagung 2019
Auf unserer jährlichen Fachtagung beschäftigen wir uns immer mit der aktuellen bildungspolitischen Situation an den österreichischen Schulen. Mit diesem Schreiben möchten wir auf einige Neuerungen Bezug nehmen und Sie als Verantwortliche davon in Kenntnis setzen.

Freinetpädagog*innen wollen keine verpflichtende der Ziffernnoten-Beurteilung
Als Freinet-PädagogInnen wenden wir uns vehement gegen die verpflichtende Wiedereinführung der Ziffernnoten-Beurteilung. Ziffernnoten sind nicht in der Lage, objektiv den Leistungsstand eines Kindes abzubilden.
Wir begreifen Schule als Ort der Wissensvermittlung und -aneignung, an dem angstfreies, lustbetontes, forschendes, entdeckendes Lernen ermöglicht werden soll und wir meinen, dass die jetzt immer früher stattfindenden standardisierten Testverfahren dem entgegenwirken. („Teaching for the test“).
Wir wenden uns auch dagegen, dass u.a. durch den Zwang zur „Entindividualisierung“ unserer SchülerInnen, die im österreichischen Lehrplan verankerte Methodenfreiheit immer stärker eingeschränkt wird.

MIKA-D Testung mit gefährlichen Nebenwirkungen
Im Speziellen sehen wir eine große Gefahr bei der MIKA-D Testung. Unsere Kritik richtet sich weniger gegen das Testinstrument, das LinguistInnen nach wissenschaftlichen Forschungskriterien erstellt haben, sondern gegen die damit verbundenen Konsequenzen: Kinder entwickeln sich unterschiedlich, so auch in ihrem Spracherwerb. Dazu passt der Text von Celestin Freinet: Adler steigen keine Treppen.
Der Test als Messinstrument entscheidet über die Lernbiographie eines Kindes, was besonders in den NMS zum Tragen kommt, wenn dort Jugendliche beschult werden sollen, die zwei oder drei Jahre älter sind als ihre MitschülerInnen. Das führt neben individuellen auch zu sozialen Problemen im Klassenverband.
Die kurzfristige Aufforderung des Ministeriums, die MIKA-D-Testung ohne Zurverfügungstellung zusätzlicher Ressourcen an den Schulen durchzuführen, sehen wir als Geringschätzung unserer Arbeit. Denn wie werden diese Testungen durchgeführt? Die verpflichtende Einschulung soll zusätzlich unbezahlt erfolgen, Doppelbesetzungen werden zeitweise aufgelöst, spezieller Förderunterricht kann nicht stattfinden, weil LehrerInnen für die Testungen abgezogen werden. Den Hinweis, die Stunden soll mit dem Topf C (im alten Dienstrecht) gegengerechnet werden, empfinden wir als zynisch, nachdem das Schuljahr schon sehr weit fortgeschritten ist.
Abschließend halten wir fest, dass wir Schulautonomie anders verstanden wissen wollen, denn als Instrument, um damit Kürzungen zu exekutieren.

Beschlossen von der Vollversammlung der Fachtagung Freinetpädagogik im Schloss Zeillern am 15.4.2019

Dieser Brief ergeht ebenso an sämtliche Bildungsdirektionen
Rückfragen an den Vorstand der Kooperative Freinet Österreich: freinet.central@gmx.at

SLÖ-PH Wien: Hauptversammlung 2019

Wir laden alle Mitglieder des SLÖ-PH Wien recht herzlich zur jährlichen Hauptversammlung ein! Es freut uns sehr heuer den Bildungssekretär der Wiener SPÖ Mag. Marcus Schober als Gastredner begrüßen zu dürfen. 

Wann: Donnerstag, 16. Mai 2019 um 18:00 Uhr
Wo: Bildungszentrum SPÖ WienPraterstraße 25, 1020 Wien (U1 Nestroyplatz, 2min. Fußweg)
Anträge können per Mail bis 25.April 2019 an office@sloe-phwien.org gestellt werden.

Diskurs: Gerhard Schmid – Sozialdemokratische Bildungsstrategien

Der gerade erschienene „Nationale Bildungsbericht 2018“ untermauert einmal mehr, dass in der österreichischen Bildungslandschaft nach wie vor keine Chancengerechtigkeit herrscht. Die Bildung der Eltern ist weiterhin ein entscheidender Faktor für den Kompetenzerwerb von Schülerinnen und Schülern. Der Zugang zu höheren Qualifikationen ist bereits durch vorherige Selektionsprozesse bestimmt.  Das Thema Bildung nimmt in der Sozialdemokratie eine bedeutende Stellung ein. Welche Ideen und Strategien aus sozialdemokratischer Sicht können den ernüchternden Ergebnissen des Bildungsberichts entgegenwirken und für mehr Chancengerechtigkeit sorgen? Welche möglichen Handlungsfelder und Anknüpfungspunkte ergeben sich daraus auf unseren Bereich der PädagogInnenbildung? 

Wann: Montag, 29.April 2019 um 18:00 Uhr
Wo: Bildungszentrum SPÖ WienPraterstraße 25, 1020 Wien (U1 Nestroyplatz, 2min. Fußweg) 

Nationaler Bildungsbericht 2018 https://www.bifie.at/nbb2018/

AK Wahlen 2019 erfolgreich abgeschlossen

Die AK-Wahlen sind geschlagen. Die FSG hat in sieben Bundesländern dazugewonnen und in ebenso vielen Bundesländern ihre klaren Mehrheiten mit Ergebnissen zwischen 60,7 und 77,6 Prozent verteidigt. Das Plus beträgt knapp 80.000 Stimmen bzw. 21 Mandate (nach vorläufigem Ergebnis).

Die großen Verlierer sind die christlichen Gewerkschafter (FCG ÖAAB) mit einem Minus in sechs Ländern. Sie haben den arbeitnehmerInnenfeindlichen Kurs der Bundesregierung weitgehend mitgetragen.

Wir gratulieren allen Wahlkampfteams zu ihren sensationellen Erfolgen.

Zur Übersicht aller AK-Wahl-Ergebnisse

Lernt zählbar zu werden

Der „Masterplan Digitalisierung“ der Bundesregierung im Bildungsbereich wurde Anfang März 2019 vom bmbwf der Öffentlichkeit vorgestellt. Manches ist bereits aus dem Konzept „Schule 4.0“ der vorhergehenden Regierung bekannt, manches ging scheinbar „verloren“. Der vorliegende „Masterplan“ endet mit der Überschrift „Umsetzung notwendig aber keine Wunder erwarten“.

Niemand bezweifelt, dass der technologische Fortschritt und die damit verbundenen Veränderungen in der Arbeitswelt und der Gesellschaft auch im Bildungsbereich Entwicklungen erfordert. Leider oder auch wie zu erwarten war, ist der „Masterplan“ nur auf Vermittlung von technologischen Fertigkeiten zwecks Verbesserung der Mensch-Maschine Kommunikation und Verstärkung der Administration via EDV ausgerichtet. Letzteres erhöht die Sammlung von Daten, die dann wiederum als Grundlage für statistisch basierte Lenkungssysteme (zur Verwirrung der Menschen wird das „Künstliche Intelligenz“ genannt, dienen. Die bereits bemerkbaren gesellschaftlichen Auswirkungen sind kein spezielles Thema. Sicherlich ist zu begrüßen, wenn Roboter die Arbeit – vor allem unangenehme Arbeit – übernehmen. Es wird in Expertisen davon ausgegangen, dass etwa 40% der Tätigkeiten in der Arbeitswelt automatisiert werden können. Es ist daher notwendig seitens des Staates entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen und dabei die sozialen Probleme nicht aus den Augen zu verlieren und entsprechende Antworten zu finden. Dies bedeutet einen gesellschaftlichen Diskurs – auch im Bildungsbereich – zu führen.

Es gibt bereits eine erste Antwort auf den „Masterplan“: Das interfakultäre Forum Innsbruck Media Studies (IMS) hat letzte Woche eine Erklärung veröffentlicht, die die einseitige Sichtweise der Regierung kritisiert und auf relevante gesellschaftliche Aspekte verweist. Die Erklärung ist hier Online und das IMS lädt ein diese durch Unterstützungserklärungen (ebenfalls online möglich) zu stärken. Ich kann mich dem nur anschließen und ersuchen ein Zeichen durch die Unterschrift zu setzen.

Literaturempfehlung:

Literaturempfehlung:
Werner Rätz, Dagmar Paternoga, Jörg Reiners, Gernot Reipen (Hg.), DIGITALISIERUNG? GRUNDEINKOMMEN! , Berlin 2019, Mandelbaum Verlag

BEIGEWUM, Umkämpfte Technologien – Arbeit im digitalen Wandel, Hamburg 2018, VSA