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Kommentar von außen

Letzten Donnerstag hat sich die allwöchentliche Donnerstags-Demo also speziell dem Thema Bildung gewidmet. Meinem Sohn, der keine Lust hatte nochmals die Wohnung zu verlassen um demonstrieren zu gehen, musste ich darauf einschwören, dass es manchmal notwendig ist für ein Anliegen, das einem wichtig ist, seine Stimme zu erheben. Auch dann, wenn es gerade nicht gemütlich ist oder in den Zeitplan passt. Neben anderen kritikwürdigen Vorhaben der politischen EntscheidungsträgerInnen treffen ihn und alle anderen Kinder die geplanten und bereits durchgeführten Umwälzungen im Bildungsbereich nämlich ganz besonders.
Bei der letzten Elternvereinssitzung der Schule meines Sohnes ging es dann auch um ebendiese Änderungen und die konkreten Auswirkungen des sogenannten Pädagogik-Pakets 2018 und des Bildungsreform-Gesetzes 2017 für unsere Kinder. Wir als Eltern konnten dabei jedoch wieder keine Auskunft darüber bekommen, ob z.B. eine Weiterführung der Mehrstufenklassen im kommenden Schuljahr überhaupt möglich sein wird. Bei den sogenannten MSK-Klassen handelt es sich um ein sehr erfolgreiches Konzept des jahrgangsübergreifenden Unterrichtens, welches bereits seit vielen Jahren an immer mehr Wiener Volksschulen Anklang findet. In diesen Klassen verkommt das an den Bildungsinstitutionen immer wieder vorgebrachte „Individualisieren und Differenzieren“ nämlich nicht zu einem bloßen Stehsatz, sondern wird tagtäglich gelebt. Dafür bedarf es aber natürlich auch der entsprechenden personellen Ausstattung und Ressourcen. Mehrstufenklassen werden auch nicht offiziell abgeschafft werden, da sie einfach zu erfolgreich sind und die Zufriedenheit aller Beteiligten (SchülerInnen, PädagogInnen, Eltern) extrem hoch ist. Allein es reicht der Entzug von personellen Ressourcen mit Verweis auf die Schulautonomie, um ein Weiterführen dieser Klassen de facto zu verunmöglichen.
Wir als besorgte Eltern, aber auch die PädagogInnen werden hier mit dem Verweis auf Schulautonomie und ungewisse, aber wohl gekürzte, Ressourcenverteilung im Unklaren darüber gelassen, wie der Schulbetrieb im nächsten Jahr konkret aussehen wird. Eine Planungssicherheit gibt es also weder für die Kinder und ihre Eltern noch für die PädagogInnen, die für das Funktionieren des Betriebes notwendig sind.
Meine Wahrnehmung ist es, dass zurzeit ein Verhandlungspoker zwischen Bund und Ländern um Kosten und Ressourcenfinanzierung stattfindet, der auf dem Rücken der PädagogInnen, Eltern und vor allem SchülerInnen ausgetragen wird.
Den Befürchtungen der PädagogInnen, die den Schulbetrieb tagtäglich am Laufen halten und diese Sorgen auch oftmals artikulieren, wird politisch kaum Gehör geschenkt. Dies ist schon allein daran erkennbar, dass noch bei bisher keiner Bildungsreform Vorschläge von praktizierenden PädagogInnen tatsächlich ernst genommen worden wären. Ein Grund dafür könnte sein, dass sie vom Schulsystem bis zu einem gewissen Grad abhängig sind und sich oft genug den gegebenen Rahmenbedingungen gebeugt haben und auch immer wieder beugen müssen.
Umso mehr muss es die Bestrebung besorgter Eltern sein hier mit starker Stimme zu sprechen und „Nein“ zu Einschnitten im Bildungssystem zu sagen. Bildung darf kein Spielball der Politik sein. Eltern sind eine nicht unerhebliche WählerInnengruppe und können einen starken öffentlichen Druck aufbauen, wenn sie sich entsprechend formieren und organisieren und ungeachtet ihrer sonstigen politischen Einstellungen mit geeinter Stimme sprechen. Erste zarte Bestrebungen diesbezüglich gibt es, jedoch bedarf es kollektiv mehr Anstrengung unsererseits, um hier auch als politischer Faktor tatsächlich wahrgenommen und ernstgenommen zu werden.
Meinen Kindern möchte ich sagen können, dass jeder und jede Einzelne es sehr wohl in der Hand hat,
eine Veränderung herbeizuführen oder auch nur anzustoßen. Manchmal muss man dafür aber aus
seiner Komfortzone heraustreten und sich vor allem auch positionieren und für etwas eintreten.

Mag. Stefan Knapp

SSR meets PH-WIEN: Deutschförderklassen – Förderung oder Ghetto?!

mit PSI Regina Grubich-Müller

Wie sieht die erste „Zwischenbilanz“ seit Einführung der neuen Deutschförderklassen in Wien aus? Wie steht es um die befürchtete Segregation der Kinder?  Werden hier tatsächlich „Ghettos“ geschaffen oder den Schüler*innen neue Förderungsmöglichkeiten eröffnet? Ist der administrative und organisatorische Mehraufwand für Schulleitungen zu „handeln“?  Gibt es bereits Klarheit über den Lehrplan und die Inhalte dieser neuen Klassen? Wie sehen die semesterweisen Testungen der Kinder aus? Gibt es dafür zusätzliche Ressourcen?

Erste Erfahrungswerte und Berichte aus direkter Hand von PSI Regina Grubich-Müller zu diesem hoch brisantem Thema werden dazu erörtert und diskutiert.

Wann: Dienstag, 20. November 2018
um 18:00 Uhr
Wo: im ZV, Rauhensteingasse 5
1010 Wien

 

Wir freuen uns auf zahlreiches Erscheinen und einen spannenden und diskursiven Abend!

Freundschaft!

 

SLÖ-PH Wien Hauptversammlung am 13. März 2018

Die Eröffnung der Hauptversammlung durch Dr. Thomas Strasser stand ganz im Zeichen der aktuellen politischen Lage und den bildungspolitischen Inhalten des Regierungsprogramms.

Bei der diesjährigen Generalversammlung konnten wir uns über den Besuch des amtsführenden Stadtrats für Bildung, Integration, Jugend und Personal Mag. Jürgen Czernohorszky freuen. In seiner eindrucksvollen Festrede betonte er einmal mehr die Wichtigkeit starker und eigenständiger Pädagogischer Hochschulen und die Bedeutung der bestmöglichen Ausbildung für Lehrerinnen und Lehrer auch aufgrund einer wachsenden Heterogenität in den Schulen. Kritik wurde am aktuellen Regierungsvorhaben geübt, wo einerseits Mittel für Integration gekürzt werden und andererseits Vorhaben (Beispiel Deutschförderklassen) beschlossen wurden, deren Vorgehensweise und Umsetzung fragwürdig und „unmöglich“ erscheinen. Er schloss sein Impulsreferat mit guten Wünschen für die Arbeit im SLÖ PH Wien.

Im Anschluss berichtete Rektorin Mag.a Ruth Petz aus der Rektor_innenkonferenz mit Bundesminister Univ.-Prof. Dr. Heinz Faßmann über den Status quo und die Weiterentwicklung der Pädagogischen Hochschulen in Österreich. Weiters gab sie einen kurzen Einblick in die Arbeit des Vereins der österreichischen Rektor_innen an Pädagogischen Hochschulen (RÖPH).

Bei der anschließenden Wahl wurde die nominierte Liste (siehe Neuwahl des Vorstandes 2018) mit breiter Mehrheit angenommen.

Als letzter Tagesordnungspunkt der Hauptversammlung wurde der eingebrachte Antrag mit der Forderung eines eigenständigen, vollautonomen Hochschultyps „Pädagogische Hochschule“ neben Universitäten und Fachhochschulen mit Promotionsrecht in den Bereichen Elementar-, Primar- und Berufsbildung (siehe Antrag HV 2018) einstimmig angenommen.

Zum Abschluss wurde noch die geplante Veranstaltung SSR meets PH Wien präsentiert. Es gibt für Mitglieder des SLÖ-PH Wien die Möglichkeit am 8. Mai 2018 von 14:00 bis 16:00 den Bildungscampus+ Friedrich Fexer Attemsgasse (erster Bildungscampus PLUS)  zu besichtigen. Es wird uns dort Direktorin Claudia Kollmer begrüßen und durch den Schulcampus führen.

Dank an alle Mitglieder und Anwesenden!

Freundschaft!

Für den Vorstand

Hans PeterFreudenthaler

 

SSR MEETS PH-WIEN: BILDUNGSCAMPUS+

Der SLÖ-PH Wien lädt ein

Besichtigung/Führung Bildungscampus+ Friedrich Fexer Attemsgasse

Attemsgasse 22, 1220 Wien

Dienstag, 8. Mai 2018

14:00 bis 16:00 Uhr

 

Die Exkursion zum Campus Attemsgasse soll den Teilnehmer*innen einen Einblick in einen der innovativsten Wiener Schulbauten geben.

Ein Rundgang durch das Schulhaus soll das räumliche Konzept eines Campusstandorts und die daraus resultierenden pädagogischen Chancen und Gestaltungsmöglichkeiten zeigen.

In einer anschließenden Gesprächsrunde mit der Schulleiterin der Volksschule und der zuständigen Schulaufsicht können einem Diskurs die Möglichkeiten und Herausforderungen einer solchen Bildungseinrichtung erörtert werden.

Zur Planung und Organisation bitten wir um Anmeldung bis 5. Mai 2018 unter  sophie-christine.rieger@ssr-wien.gv.at

Wir freuen uns auf Euer Kommen!

https://attemsgasse.schule.wien.at

https://www.wien.gv.at/bildung-forschung/bildungscampus-attemsgasse-endspurt.html

https://club.wien.at/magazin/bildung/schule-zum-wohlfuehlen/

Neuwahl des Vorstandes 2018

Bei der Hauptversammlung am 13. März 2018 wurde ein neuer Vorstand des SLÖ-PH Wien gewählt:

Freudenthaler Hans Peter – Vorstand Vorsitzender

Nösterer-Scheiner Sylvia– Vorstand Stvin.

Strasser Thomas – Vorstand Stv.

Urban Linda – Vorstand Stvin.

Schimek Bernhard – Kassier

Dmytrasz Barbara – Kassier Stvin.

Roszner Sybille – Schriftführerin

Grubich Rainer – Schriftführerin Stv.

Knecht Harald – Referent für Mitgliederbetreuung

Schnitzler Adrian  – Referent für Mitgliederbetreuung Stv.

Berger Christian – Referent für Öffentlichkeitsarbeit

Jäggle Georg – Referent für Öffentlichkeitsarbeit Stv.

 

Rechnungsprüferinnen:

Hoffmann-Reiter Sabine, Kuhlanek-Wehlend Gabriele

Kontrolle:

Bischoff Matthias, Hof Renate, Zagler Angelika

HV 2018: Positionierung Pädagogische Hochschulen

Bei der Hauptversammlung des SLÖ-PH Wien wurde folgender Offener Brief an BM Heinz  Faßmann beschlossen:

Der SLÖ-PH Wien fordert einen eigenständigen, vollautonomen Hochschultyp „Pädagogische Hochschule“ neben Universitäten und Fachhochschulen mit Promotionsrecht in den Bereichen Elementar-, Primar- und Berufsbildung

Begründung:

Das Gelingen von Bildung und die Sicherstellung der regionalen Erfordernisse in der PädagogInnenbildung erfordern die Einrichtung eigenständiger, vollautonomer Pädagogischer Hochschulen mit Promotionsrecht in den Bereichen Elementar-, Primar- und Berufsbildung.

Neben der evidenzbasierten und professionsorientierten Ausbildung von PädagogInnen sind die Fort- und Weiterbildung, die Schulentwicklungsbegleitung und die berufsfeldbezogene Forschung die Gelingensfaktoren für eine qualitativ hochstehende Bildung für alle Kinder und Jugendliche.

Pädagogische Hochschulen verfügen über die Kompetenzen und Strukturen um diesen komplexen Anforderungen im Sinne des Professionskontinuums gerecht zu werden.

Die gesellschaftliche Wichtigkeit der Bildung verlangt einen eigenständigen, vollautonomen Hochschultyp, dessen zentrales Anliegen in Lehre, Forschung und Schulentwicklungsbegleitung ist,  PädagogInnen im schulischen und außerschulischen Bereich evidenzbasiert aus-, fort- und weiterzubilden und die jeweiligen Bildungseinrichtungen bei ihrer Weiterentwicklung zu unterstützen.

Zur wissenschaftlichen Weiterentwicklung und Stärkung des eigenständigen, professionsorientierten Hochschultyps „Pädagogische Hochschule“ ist ein Promotionsrecht für die Bereiche Elementar-, Primar- und Berufsbildung Grundvoraussetzung.