Personalvertretung – na und?

von Christian Berger

Als PersonalvertreterIn wird Mensch allzu oft misstrauisch beäugt. Die einen meinen “ Die sind eh nur vor Wahlen zu erkennen”, andere wieder sind mit der Arbeit der PersonalvertreterInnen unzufrieden, da die Lösung vieler individueller Probleme lange dauert oder nicht gelingt.  “Warum tust du dir das an da zu kandidieren?”, fragen mich KollegInnen und Freunde. Personalvertetung ist ehrenamtlich, also zusätzliche Arbeit und sicherlich gibt es unterschiedlichste individuelle Gründe für die Kandidatur. Ich kann da nur meine nennen, vielleicht gelten manche auch für KollegInnen.

Eine Personalvertretung ist als Instrument für den Interessenausgleich bei Arbeitskonflikten wichtig und ich erachte es für mich als politisch (nicht parteipolitisch) denkenden und handelnden Menschen für notwendig mich da zu engagieren.

Worin sehe ich das Konfliktpotenzial an der PH?

Mit dem “Dienstrecht NEU” und der “LehrerInnen- (leider nicht PädagogInnen-) -bildung NEU” stellen sich neue Herausforderungen. Von einer konservativen Gewerkschaft wurde mit einem konservativen Beamten ein Dienstrecht ausgehandelt noch ehe eigentlich klar war, welche Aufgaben und Funktionen die PHs und damit das dort tätige Personal übernehmen sollen.

Ein “all inclusive” Dienstvertrag wird von allen anderen Gewerkschaften aus guten Gründen für die ArbeitnehmerInnen abgelehnt. Das mag im gehobenen Management Sinn machen, aber bei DienstnehmerInnen?

Die MitarbeiterInnen an der PH haben nun ein Dienstrecht, das alle Tätigkeiten pauschal abgilt. Egal wie viel Arbeitszeit da zusammenkommt. Egal ob die Sachressourcen (Material, Räume,..) ausreichen.

5 Wochen Urlaub, die allerdings nur in der unterrichtsfreien Zeit konsumiert werden können und erst zugesagt werden, wenn der Stundenplan fixiert ist.

Lehre, Forschung und Entwicklung sind drei zentrale Arbeitsbereiche. Die Lehre steht allem voran und ist mit Stunden belegt. Der Rest ist frei verhandelbar

Zudem werden Budgetmittel gekürzt. Egal wie viele Studierende an einer Hochschule sind – die Budgetpläne berücksichtigen das kaum. Je größer die Hochschule desto weniger Budget/Studierenden. Da steigen dann schnell mal die Gruppengrößen der Studierenden und oftmals wird dann aus einem Seminar eine Vorlesung. Lob vom Rechnungshof für die „sparsame“ PH Wien – der Sparkurs findet allerdings auf dem Rücken der MitarbeiterInnen statt.

Das neue Dienstrecht verschärft Ungerechtigkeiten, da die seitens Regierung verordnete Mangelwirtschaft eben auf den Rücken der MitarbeiterInnen “all inclusive” abwälzt wird.

Da sind Konflikte vorprogrammiert.  An der PH sind derzeit StammlehrerInnen, dienstzugeteilte LehrerInnen (= aus Wiener Schulen auf ein Jahr zeitlich begrenzt vom SSR an PH verliehen, unterliegen dem PH Dienstrecht) und mitverwendete LehrerInnen (mit max. 10 WE an der PH tätige LehrerInnen, jährlich neu zu beantragen, unterliegen dem Lehrerdienstrecht und nicht dem der PH).

Viele Verwaltungsaufgaben werden durch LehrerInnen ausgeführt, da es an der PH kein ausreichendes Verwaltungspersonal gibt. Gleichzeitig fehlt dann Personal für die Lehre und die Forschung. Mit anderen Worten: Sparprogramme produzieren Arbeitskonflikte!

Diese Rahmenbedingungen können nur organisiert geändert werden – das ist Aufgabe der Gewerkschaft und vor Ort eben des Gewerkschaftlichen Betriebsausschusses (GBA). Die Personalvertretung (PV) wieder hat die Aufgabe aufzupassen, dass bestehende rechtliche Vorgaben eingehalten werden. In Konfliktsituationen sind beide Vertretungen relevant und können KollegInnen dabei unterstützen, ihr Recht durchzusetzen, aber auch ihre bildungspolitischen Forderungen zu artikulieren.

Daran möchte ich mitarbeiten und deshalb kandidiere ich. Wie weit es mir gelingt die Arbeit der PV und des GBA transparent zu machen  wird wohl auch dran liegen, ob mir dafür ausreichend Freizeit bleibt.

Daher:

ZUVIEL ist ZUVIEL!
# Dienstrecht NEU  verschärft Ungerechtigkeiten!
-> Gleichwertige Bewertung von Forschung/Lehre/Entwicklungsarbeit!

# Dienstrecht NEU bedeutet Mangelwirtschaft am Rücken des Personals!
-> Abschaffung des “All Inclusive” Dienstrechtes!
-> Vertrauensarbeitszeit im Rahmen einer Jahresarbeitszeit!

-> Mehr Verwaltungspersonal für die PH!

Die PV und den GBA dürfen an der PH sowohl StammlehrerInnen als auch dienstzugeteilte und mitverwendete LehrerInnen! Nutzt euer Wahlrecht!