Archiv der Kategorie: GBA

Stellungnahme zu dem Ministerialentwurf betreffend Änderung des Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz

Sehr geehrte Damen und Herren,
der SLÖ-PH Wien bedankt sich für die Möglichkeit zur Stellungnahme zu dem Ministerialentwurf betreffend Bundesgesetz, mit dem das Hochschul-Qualitätssicherungsgesetz geändert wird, ein Bundesgesetz über Privathochschulen erlassen wird und das Fachhochschul-Studiengesetz sowie das Hochschulgesetz 2005 geändert werden.
Begrüßt werden folgende geplante Änderungen des Hochschulgesetztes und des Hochschul-Qualitätssicherungsgesetztes (HS-QSG):

– die Aufnahme der Pädagogischen Hochschulen in das HS-QSG sowie die
Einrichtung von Stabstellen für Qualitätssicherung
– die Einrichtung verkürzter Verfahren bei der Wiederbestellung von Rektor*innen
– die Ausnahme zur Durchführung des Ausschreibungsverfahrens bei Verlängerungen von befristeten Dienstverhältnissen

Die in den Erläuterungen angesprochene Stärkung der Pädagogischen Hochschulen in ihrer Positionierung als junge, tertiäre Einrichtungen im österreichischen Hochschulraum wird durch den vorliegenden Entwurf über die oben angeführten Punkte hinaus nicht entsprochen, vielmehr erfolgt eine weitere Schwächung der (bisher schon geringen) Autonomie und Selbstverwaltung. Besonders kritisch werden folgende Punkte gesehen:

  • Breite Entdemokratisierung der Pädagogischen Hochschulen durch Schwächung der Organe Hochschulrat, Hochschulkollegium und Rektorat.
  • Ersetzen des gleichberechtigten Zusammenwirkens der Organe (analog zu Universitäten) der Pädagogischen Hochschule durch eine Konzentrierung der Steuerungsmacht bei der Rektorin bzw. dem Rektor. (Damit entfernt sich die innere Organisationsstruktur der Pädagogischen Hochschulen noch weiter von jenen einer autonomen tertiären Bildungseinrichtung.)
  • Schwächung der Mitgestaltungsrechte von Hochschulrat und Hochschulkollegium in strategischen Agenden wie Ziel- und Leistungsplan, Ressourcenplan und Organisationsplan.
  • Erhöhung der operativen Belastung der Pädagogischen Hochschulen bei Entzug von Entscheidungsbefugnissen (insbesondere Personalauswahl Hochschullehrpersonen)

Besonders für folgende Bereiche werden Abänderungen des vorliegenden Begutachtungsentwurfes als erforderlich angesehen:

Hochschulrat (§ 12 HG)

Das Vorhaben der Entpolitisierung des Hochschulrates durch Ausschluss von Funktionär*innen politischer Parteien steht zwar in Analogie zu § 13 Abs. 4 UG. Die Existenz und die Vielfalt politischer Parteien sind aber wesentliche Bestandteile der demokratischen Ordnung der Republik Österreich und ein Ausschluss politischer Funktionär*innen von der Funktion des Hochschulrates daher dennoch nicht nachvollziehbar.

Außerdem wird (in Analogie zu § 13 Abs. 4 UG) gefordert, dass die „Cool-Down-Phase“ nicht nur für Personen gem. § 12 Abs. 2a Z 1 bis 4 gilt, sondern auch für Personenkreise gemäß Z 6 bis 9 (z.B. Bundesministeriums- und insbesondere Kabinettsmitarbeiterinnen). Eine Abweichung von der im Universitätsgesetz getroffenen für alle angesprochenen Personenkreis gültigen „Cool-Down-Phase“ im Hochschulgesetz ist nicht nachvollziehbar – insbesondere als in den Erläuterungen die Analogie zum Universitätsgesetz als Begründung angeführt werden.

Der Hochschulrat soll von fünf auf vier Mitglieder reduziert werden. Da auch Universitätsräten mindestens fünf Personen anzugehören haben, ist diese personelle Schwächung nicht nachzuvollziehen. Es wird angeregt, die Anzahl bei mindestens fünf zu belassen und die Hochschulkollegien der Pädagogischen Hochschulen (in Analogie zu den Senaten) mit der Befugnis auszustatten, ebenfalls Mitglieder des Hochschulrates wählen zu können. Damit wäre dem Ziel der Entpolitisierung eher entsprochen, als durch die ausschließliche Bestellung durch das BMBWF bzw. die jeweilige Landesregierung.

Die Befugnisse des Hochschulrates werden zudem maßgeblich reduziert. Der Hochschulrat ist damit nicht mehr Teil der strategischen Steuerung, sondern lediglich für Beratung und Stellungnahme zuständig. Der Hochschulrat ist in den zentralen Bereichen Organisationsplan, Ziel- und Leistungsplan sowie Ressourcenplan, dem vorliegenden Begutachtungsentwurf folgend, nicht weiter zur Beschlussfassung, sondern lediglich zur Stellungnahme aufgefordert.

Gefordert wird im Sinne von Demokratisierung und Autonomie im Sinne einer tertiären Bildungseinrichtung eine Stärkung und keine Schwächung der Befugnisse des Hochschulrates.

Rektorin (§ 13 HG)

Ein verkürztes Verfahren für die Wiederbestellung von Rektorinnen ist zu begrüßen. Allerdings ist in keiner Weise nachvollziehbar warum sich die Mitwirkung des Hochschulrates und auch des Hochschulkollegiums lediglich auf die Abgabe einer begründeten schriftlichen Stellungnahme beschränkt (im Gegensatz zu Universitätsrat und Senat an Universitäten, welche mit Zweidrittelmehrheit zustimmen müssen).

Die Festlegung einer akademischen Mindestqualifikation für Rektorinnen von Pädagogischen Hochschulen ist mehrfach nicht nachzuvollziehen. Weder das Universitätsgesetz noch das IQS-Gesetz sehen für eine Leistungsfunktion derartige Kriterien vor, noch erscheint diese Einschränkung vor dem Hintergrund der Rückführung der Pädagogischen Hochschulen in die Steuerung des BMBWF und die damit einhergehende Abkehr von Autonomie und Selbstverwaltung begründbar.

Die Beschränkung der Wiederbestellung ist ebenfalls wenig nachvollziehbar. § 23 Abs. 3 UG sieht keine derartige Beschränkung vor.

Vizerektorinnen (§ 14 HG) – Rektorat

Die Bestellung durch die Rektorin bzw. den Rektor erscheint (in Anlehnung an das UG) nachvollziehbar. Die Beschränkung der Wiederbestellung für Vizerektorinnen ist wenig nachvollziehbar. § 24 Abs. 2 UG sieht keine derartige Beschränkung vor.

Durch die zentrale Rolle der Rektorin des Rektors bei der Auswahl der Vizerektorinnen wird insofern kritisch gesehen, als damit auch das Kollegialorgan Rektorat durch die verstärkte Abhängigkeit von der Rektorin bzw. dem Rektor geschwächt wird.

Hochschulkollegium (§ 17 HG)

Die Befugnisse des Hochschulkollegiums reichten schon bisher kaum an jene des Senates von Universitäten heran. Nun sollen diese (bisher schon geringen) Mitwirkungsrechte weiter reduziert werden, indem Fragen der Evaluation und Qualitätssicherung nicht mehr zu den Agenden des Hochschulkollegiums gehören. Eine Beibehaltung von Entscheidungsbefugnissen des Hochschulkollegiums – insbesondere in Fragen der Lehre – wäre dringend anzustreben, insbesondere da dadurch auch der Einbezug der Hochschulvertretung sichergestellt wird. Bisher hat das Hochschulkollegium in Zusammenarbeit mit den Lehrveranstaltungsleiterinnen und -leitern die Bewertungsinstrumente entwickelt und die Ergebnisse der Rückmeldungen (samt optionaler Stellungnahme der Lehrkraft) in einem Bericht zusammengefasst (§ 5 Abs. 7 HEV).

Besetzung von Planstellen für Hochschullehr- und Vertragshochschullehrpersonen (§ 18 HG)

Durch die § 18 Abs. 2 HG vollzogene Änderung obliegt dem oder der zuständigen Bundesministerin die Auswahl als den geeigneten Bewerber*innen, indem dem Rektorat die Möglichkeit genommen wird, einen begründeten Besetzungsantrag zu stellen. Die Änderung der bewährten Regelungen ist nur insofern nachvollziehbar, als eine Verstärkung der Einflussnahme auf die Personalentwicklung an den Pädagogischen Hochschulen seitens des Bundesministeriums vollzogen werden soll. Diese Vorgehensweise steht einer Weiterentwicklung in Richtung Autonomie und Selbstverwaltung diametral entgegen. Während der operative Aufwand an den Pädagogischen Hochschulen dadurch erhöht wird, wird der strategische Entscheidungsrahmen weiter beschränkt.

Ausschreibung in der Jobbörse der Republik Österreich

Die Abkehr von einer verpflichtenden Ausschreibung in der Wiener Zeitung wird zurückgewiesen, da dadurch – besonders, wenn diese Vorgehensweise im gesamten Bundesdienst Anwendung findet – eine Schwächung einer bedeutsamen überparteilichen Tageszeitung bedeuten würde.

Qualitätsmanagementsystem/Qualitätssicherungsverfahren gemäß Hochschul- Qualitätssicherungsgesetz (HS-QSG)

Die verpflichtende Einführung eines umfassenden Qualitätsmanagementsystems ist grundsätzlich zu begrüßen. Die Pädagogischen Hochschulen haben nun (entsprechend den Regelungen des Universitätsgesetzes) in den Satzungen Richtlinien zum Aufbau eines solchen Systems festzulegen. An Universitäten obliegt allerdings dem Senat gemäß § 2 Abs. 1 UG (auf Vorschlag des Rektorates) die Erlassung der Satzung. Das Hochschulkollegium hingegen ist bei Erstellung/Änderung der Satzung lediglich zur Stellungnahme berechtigt.

Die Mitwirkungsrechte des Hochschulkollegiums bei der Erstellung der Satzung (Genehmigung durch das Hochschulkollegium statt Recht auf Stellungnahme) wären daher anzupassen, da ansonsten das Qualitätsmanagementsystem u.U. gänzlich ohne Mitwirkung des Hochschulkollegiums (und damit der darin vertretenen Personengruppen) implementiert werden könnte.

Mit freundlichen Grüßen
Für den SLÖ-PH Wien
Hans Peter Freudenthaler
Vorsitzender

Bürokratie abbauen – Pädagogik stärken

#gemeinsam
An einer einfacheren Bürokratie arbeiten; z. B. Fahrscheine, Dienstreiseaufträge u. ä.

§59 – Vertrauen des Dienstgebers in die Durchführung durch die Mentorinnen und Mentoren.

Respektvoller und wertschätzender Umgang als Grundprämisse

#Transparenz

Zeitgerechte und relevante Information sowie Klarheit in Organisationsabläufe bringen; z. B. Umbau

Fairness und gerechte Ressourcenverteilung

Personalentwicklungsangelegenheiten in Absprache mit den Betroffenen treffen

#Partizipation

Beibehaltung der autonomen Möglichkeiten z. B. Methodenfreiheit

Das didaktische Know-How der Praxisschulen soll weiterhin eine anerkannte Säule der Lehrerinnen- und Lehrerausbildung bleiben.
-> Orte der gelebten Theorie (Didaktik live)

Stellenwert der Professionalisierung;
Qualitative Fort- und Weiterbildung

Verstärkte Kooperation mit Zentren der PH
Future learning lab, Haus der Mathematik u. ä.

Du hast die Wahl! 27.und 28.11.2019

#gemeinsam kandidieren wir für die Personalvertretung (PV) im Zentralausschuss (ZA) bundesweit sowie den Dienstellenausschuss (DA) und den Gewerkschaftlichen Betriebsausschuss (GBA) an der PH Wien.
Unsere KandidatInnen unterstützen und beraten Sie bei dienstrechtlichen Fragen sowohl vor Ort (DA und GBA) als auch gegenüber dem Ministerium durch den ZA. Unsere Aktivitäten erfolgen auf Anfrage der Mitarbeiter*innen vertraulich und transparent.
Die KandidatInnen der FSG für den DA an der PH Wien sind:

Für den ZA kandidieren aus unserem Haus:
3 Gerlinda Urban
9 Hans Peter Freudenthaler
12 Barbara Holub
17 Stefan Illedits

Für den GBA kandidieren:
1 Barbara HOLUB
2 Christian BERGER
3 Linda SPITZL
4 Hans Peter FREUDENTHALER
5 Olivia FISCHER
6 Benedikt VÖLKER
7 Stefan ILLEDITS
8 Angelika ZAGLER
9 Rainer GRUBICH
10 Gabriele GSTETTENBAUER
11 Tamara PEER
12 Renate MOSER
13 Sylvia NÖSTERER-SCHEINER

Der GBA wird nach dem Wahlergebnis der DA-Wahl zusammen gesetzt.
Das Ergebnis kommt bei der nächsten Gewerkschaftswahl (voraussichtlich 2021) zur Umsetzung.

# Partizipation # Transparenz

Wir setzen uns #gemeinsam neben der individuellen und anonymen persönlichen Beratung im DA und GBA u.a. für folgende Anliegen ein:

Die berufliche Planung der Mitarbeiter*innen erfordert #Transparenz und Planungssicherheit. Die allgemeine Beschreibung im Ziel- und Leistungsplan der PH Wien reicht dafür nicht aus. Organisationsentwicklung, Stellenausschreibungen und berufliche Weiterentwicklung der einzelnen Mitarbeiter*innen erfordern für die
Umsetzung ein konkretes Personalentwicklungskonzept, das
#transparent und #partizipativ mit den Vertretungen der Mitarbeiter*innen erarbeitet werden muss. Die berufliche Weiterqualifizierung von Mitarbeiter*innen (Doktorat, berufsspezifische, vertiefende Lehrgänge,…) muss seitens des Hauses motivierend unterstützt werden (Berücksichtigung von Dienstfreistellungen, Stundenplanerstellung, Dienstreisen,…).

Die Digitalisierung (kommt vom lat. digis = Finger und bedeutet „zählbar machen“) macht auch vor dem Bildungsbereich nicht halt. Die Basis für diesen Prozess ist die massenhafte Datensammlung (= Big Data als Ergebnis von Tests, Verwaltungsdaten, usw.) als Grundlage für die digitale Prozessverarbeitung des Bildungsbereiches. Lernen wird zur Rechenaufgabe für Maschinen.
Ist doch schön wenn uns die Maschinen Arbeit abnehmen oder? Leider sind der Prozess der Digitalisierung und die dahinter liegenden Algorithmen, ja nicht einmal die Basisdaten für die Betroffenen trotz DSGVO transparent und die Partizipation in dem Prozess beschränkt sich auf die Dateneingabe.

Aufruf zur Demo gegen Sozialabbau 21.9.2019

Die Zahl rechtsextremer Aktivitäten von FPÖ-Politikern ist stark gestiegen. Noch nie hat es so viele neue Skandale gegeben. Von 2013 bis 2018 konnte das Mauthausen Komitee Österreich 106 sogenannte „Einzelfälle“ einwandfrei dokumentieren. Seither – in nur rund einem Jahr – waren es bereits 63. Das heißt, es gab mehr als eine rechtsextreme Aktivität pro Woche. Die Dokumentation aller Fälle steht jetzt zum Download zur Verfügung: „Die FPÖ und der Rechtsextremismus. Viele Einzelfälle = Ein Muster“
   DEMO GEGEN SOZIALABBAU  Am 21. September 2019 findet in Wien eine Demonstration gegen Rassismus, Sozialabbau und Klimazerstörung statt. Das Motto: „Nie wieder Schwarz-Blau“. Beginn ist um 14 Uhr am Christian-Broda-Platz, 1060 Wien (U3/U6, Station Westbahnhof). Die FSG trifft sich um 13:30 Uhr in der Mariahilfer Straße, Ecke Stumpergasse. Teile diesen Termin mit deinen FreundInnen, KollegInnen und Bekannten.
 WAHL WIRD AM WAHLTAG ENTSCHIEDEN  Die GewerkschafterInnen in der SPÖ starteten diese Woche mit SPÖ-Vorsitzender Pamela Rendi-Wagner in die entscheidende Phase des Wahlkampfs. Mit aller Kraft muss verhindert werden, dass es zu einer weiteren Auflage von Türkis-Blau kommt. „Wir werden aufholen, und die Menschlichkeit wird siegen“, sagte Rendi-Wagner. Einen Bericht darüber gibt es auf fsg.at   • Fotogalerie von der VeranstaltungVideo mit Forderung zu PensionenInfos zum Programm und zu den KandidatInnen  
 BILANZ ÜBER TÜRKIS-BLAU: ARBEITNEHMERiNNEN VERDIENEN MEHR RESPEKT  Noch im Nachhinein stößt einem sauer auf, was Spenden-Kanzler Sebastian Kurz in seiner Amtszeit den arbeitenden Menschen alles zumutete. Aber auch viele Aussagen ließen aufhorchen. Eine Auswahl zum Nachlesen gibt es jetzt in der aktuellen Ausgabe unserer Zeitschrift „FSG direkt“. Hier klicken und gleich reinschauen!

Anmerkungen zu den Gehaltsverhandlungen 2019

Sehr erfreut zeigten sich die GÖD Verhandler über die Ergebnisse der Kollektivvertragsverhandlungen 2019. 

Wir haben die Verhandlungen im GBA der PH Wien diskutiert und auf Initiative der FSG Fraktion folgendes Schreiben an den Vorsitzenden der GÖD und Leiter der Verhandlungen gesandt:

Sehr geehrter Herr Vorsitzender Dr. Schnedl,

abgesehen von den Verhandlungen zu den Gehältern, sehen wir als Aufgabe der Gewerkschaft Rahmenbedingungen im Sinne der ArbeitnehmerInnen zu verhandeln.

Im Falle von Hochschullehrpersonen (Vertragshochschullehrpersonen) fordert der GBA der PH Wien von der GÖD-Vertretung daher, vor allem auf folgende Rahmenbedingungen einzugehen, welche die Arbeit der Lehrenden an den Pädagogischen Hochschulen verstärkt belasten:

  • Im Auftrag des Bundesministeriums haben die PHen sowohl das Masterstudium der Primarstufe als auch diverse neue Lehrgänge kostenneutral – ohne zusätzliche Ressourcen – zu bewältigen. Dies zieht in weiterer Folge eine Mehrbelastung der HS-Vertrags-/Lehrpersonen mit sich, da diese ab 2019/20 wieder mit erhöhtem Lehrauftrag zu rechnen haben.     
  • Aufgrund des Aufnahmestopps des Bundes kommt es noch immer zu Engpässen im Verwaltungsbereich (siehe Rechnungshofbericht). Dies bedeutet oftmals, dass Verwaltungsaufgaben von HS-Vertrags-/Lehrpersonen übernommen werden müssen (IT/EDV-Bereich, die gesamte Administration der Fortbildungen etc.)
  • Ebenso muss aufgrund des Aufnahmestopps nach wie vor auf Dienstzuteilungen und Mitverwendungen zurückgegriffen werden. Ein Wechsel in den Bundesdienst ist nur auf Vertragsbasis möglich, was oftmals mit erschwerten Bedingungen einher geht (z.B. aus dem pragmatischen Dienstverhältnis zum Land kommend).
  • Mit der Zuordnung der PHen in Sektion II (Personalentwicklung, Pädagogische Hochschulen, Schulerhaltung und Legistik) ist bedauerliche Weise zu erwarten, dass die Forschungsarbeit an den PHen wieder zurückgestellt wird, obwohl diese im Dienstrecht unter § 48g (2) festgeschrieben ist (unter „Aufgaben in der wissenschaftlich-berufsfeldbezogenen Forschung“).

Hochachtungsvoll und mit freundlichen Grüßen

der GBA der PH Wien

Barbara Holub (Vorsitzende)

Christian Berger (Stellvertreter), Barbara Gullner (Schriftführerin), Angelika Zagler(Stv. Schriftführerin), Hans Peter Freudenthaler, Andrea Hoch


Widerstand lohnt sich … Gelegenheit dazu gibt es genug

Die Verhandlungen der PRO-GE und GPA-djp haben gezeigt: Widerstand lohnt sich!
Hier die Ergebnisse im Detail zum Nachlesen 

Wieviel anders agiert hier die GÖD. Es gilt schon als Erfolg, wenn nach mehreren Jahren Stillhaltens die Inflationsrate abgegolten wird. 2,02% Gehaltserhöhung sind außer Streit, jubeln die konservativen Gewerkschafter. Wir werden ja sehen, ob die nächste Verhandlungsrunde am 20. November hier noch mehr bringt.

Schön wäre aus meiner Sicht natürlich, wenn da zusätzlich zu Gehaltsverhandlung auch noch Verhandlungen zu den Rahmenbedingungen angestrebt würden. Unser Dienstrecht ist ja leider nicht auf die Arbeitssituation und Anforderungen der Aufgaben einer PH abgestimmt. Kein Wunder, wurde das Dienstrecht auch zu einem Zeitpunkt beschlossen als die Aufgaben der PHs noch überhaupt nicht klar waren. Hier braucht es Nachbesserungen und Anpassungen. Dafür wäre allerdings die Fachgruppe in der GÖD zuständig.

Widerstand lohnt sich! Wir laden daher ein:

Ziele für die kommenden KV-Verhandlungen

Liebe KollegInnen!
Heute sind über 900 Kollektivvertrags-VerhandlerInnen aus allen Gewerkschaften zum ersten Mal zu einer Konferenz zusammengekommen. Die Linie, auf die sie sich geeinigt haben, ist klar: Vor dem Hintergrund des von der Regierung beschlossenen 12-Stunden-Tags und der 60-Stunden-Woche geht es neben ordentlichen Lohn- und Gehaltserhöhungen vor allem auch um Arbeitszeit.

Planbarkeit, Selbstbestimmung, Rechtssicherheit, Arbeitszeitverkürzung

Die VerhandlerInnen haben sich auf der Konferenz auf gemeinsame Ziele geeinigt: Im Bereich Arbeitszeit braucht es für alle Branchen Planbarkeit, Selbstbestimmung, Rechtssicherheit und nicht zuletzt eine Arbeitszeitverkürzung. Verhandelt soll nicht nur in den ohnehin anstehenden KV-Runden werden, sondern in allen Branchen. Entsprechend fordern die Gewerkschaften von ihrem jeweiligen Gegenüber auf Arbeitgeberseite eine Sonder-KV-Runde zum Thema Arbeitszeitregeln.

Initiative für ein modernes Arbeitszeitrecht

Die Bundesregierung hat das neue Arbeitszeitgesetz im Eilverfahren durchgepeitscht – ohne Einbindung der Sozialpartner und der Bevölkerung. Es gab keine Begutachtung für das Gesetz, das massive Auswirkungen auf Gesundheit, Freizeit und Einkommen von 3,6 Millionen ArbeitnehmerInnen hat. Der ÖGB startet daher die größtmögliche Begutachtung in Form einer Initiative für ein neues, modernes Arbeitszeitrecht. Dazu sollen Beiträge aus der Zivilgesellschaft gesammelt werden, ExpertInnen auf unterschiedlichen Ebenen einbezogen und letztendlich Gespräche mit allen politischen Parteien geführt werden. Wir starten diese Initiative, um die Lebensarbeitszeit in all ihren Facetten neu und modern zu denken. Denn wir wollen gute Arbeit und ein gutes Leben für alle ArbeitnehmerInnen.

Wir kämpfen Branche für Branche!

Die Kritik des ÖGB und der Gewerkschaften am Zustandekommen und am Inhalt des neuen Arbeitszeitgesetzes bleibt unvermindert aufrecht. Aber jetzt kämpfen wir Branche für Branche für Verbesserungen im Sinne der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer – in allen Kollektivverträgen!

Mit gewerkschaftlichen Grüßen

Wolfgang Katzian
ÖGB-Präsident

Arbeitszeit – Ziele für die Kollektivvertrags-Verhandlungen

Kürzer arbeiten, mehr Zeit zum Leben

Kürzere Arbeitszeit kann z. B. so erreicht werden:

• Verkürzung der Normalarbeitszeit im KV
• 6 Wochen Urlaub für alle
• Nachholen von Feiertagen, die auf einen Sonntag fallen, am nächsten Werktag
• Bezahlte Pausen
• Rechtsanspruch auf 4-Tage-Woche
• Rechtsanspruch auf Altersteilzeit, Bildungskarenz und andere Auszeit-Modelle

Mehr Planbarkeit und Mitbestimmung

Das kann erreicht werden z. B. durch:

• Zuschläge zu besonders kurzfristig angekündigter Mehrarbeit
• Gleitzeitregelungen mit max. 10 Stunden Höchstarbeitszeit
• Ankündigungsfrist von mindestens vier Wochen für Wochenendarbeit
• 4-Tage-Woche bei Schichtarbeit durch Kollektivvertrag
• Mitwirkungsrechte des Betriebsrats bei Anordnung von mehr als 10/50 Stunden
• Keine Überstunden für Lehrlinge, schon gar nicht an Berufsschultagen
• Altersgerechte Arbeitszeitmodelle

Mehr Selbstbestimmung

Folgende Maßnahmen können beispielhaft zu mehr Selbstbestimmung führen:

• Einseitiger Antritt von Zeitausgleich
• 6 Monate absoluter Kündigungsschutz für ArbeitnehmerInnen in Abteilungen, in denen von der 11. und 12. Stunde Gebrauch gemacht wurde
• Effektives Entschlagungsrecht bei Wochenendarbeit

Überstunden als Ausnahme und nicht als Regel

Damit Überstunden die Ausnahme bleiben, sind z. B. folgende Maßnahmen denkbar:

• 1.700 Euro Mindestlohn, 850 Euro Mindestlehrlingsentschädigung, 14-mal im Jahr, damit das Grundgehalt zum Leben reicht
• 6 Monate absoluter Kündigungsschutz für ArbeitnehmerInnen in Abteilungen, in denen von der 11. und 12. Stunde Gebrauch gemacht wurde
• Zuschläge zu besonders kurzfristig angekündigter Mehrarbeit
• Ankündigungsfrist von mindestens vier Wochen für Wochenendarbeit

Überstunden, die sich lohnen

Wenn ausnahmsweise Überstunden geleistet werden, dann sollen sie sich in Form von mehr Geld und mehr Freizeit lohnen:

• Verpflichtende Zeitzuschläge zu Überstunden
• Verpflichtende Zeitzuschläge zu besonders familienfeindlichen Arbeitszeiten
• Mindestens 100 Prozent Zuschlag auf die 11. und 12. Stunde
• Wahlrecht Zeit/Geld für alle Überstunden
• Rechtsanspruch auf Auszahlung von Überstunden
• Erhöhung des Mehrarbeitszuschlags und Wegfalls des Durchrechnungszeitraums bei Teilzeit

Arbeit darf die Gesundheit nicht gefährden

Um sicherzustellen, dass Arbeit nicht krank macht, sind folgende Maßnahmen vorstellbar:

• Zusätzliche bezahlte Pausen bei Arbeitstagen über die 10. Stunde hinaus
• Beschränkung der 12-Stunden-Tage und 60-Stunden-Wochen im Kollektivvertrag
• Effektives Ablehnungsrecht für alle Überstunden
• Bei Gleitzeit: Festlegung einer Mindestanzahl an ganzen Tagen, die einseitig freigenommen werden können

Rechtssicherheit durch Klarheit
• Schutz für jene, die aus dem AZG/ARG fallen könnten, durch den Kollektivvertrag
• Alle Regeln müssen auch für die „3. Führungsebene“ gelten
• Anrechnung aller Karenzzeiten auf alle dienstzeitabhängigen Ansprüche