Archiv der Kategorie: PV Wahlen 2014

Wir setzen uns ein für…

26.+27.November 2014 – Wahl Personalvertretung (ZA+DA+GBA)
Wir setzen uns ein für:

-> Gleichwertigkeit: Lehre – Forschung – Entwicklung
-> Bedarfsorientierte und gerechte Verteilung der Arbeitspakete (AP)
-> Planung AP auf Basis einer Jahresstundenzahl
-> Kompetenzorientierte Lehrfächerverteilung
-> Mehr Verwaltungspersonal
-> Weniger Administration, mehr Innovation
-> Mehr Nachqualifikationsangebote
-> Planungssicherheit bei Urlaub und Projekten
-> Erreichbarkeitsregeln nach Absprache mit Institut und DA

Personalvertretungswahl – was ist das?

WAS KANN ICH …

… bei der Personalvertretungswahl (PV Wahl) am 26. Und 27. November mit meiner Stimme beeinflussen?

von Christian Sevcik

Wahl für den Dienststellenausschuss (DA)

Es gibt insgesamt 14 Pädagogische Hochschulen (öffentliche und private) und an jeder PH gibt es einen eigenen Dienststellenausschuss. Mit deiner Wahl beeinflusst Du die fraktionelle Zusammensetzung dieses Gremiums. Die Verhandlungsebene des DA ist auf Höhe der Dienststellenleiterin (Rektorin) begrenzt. Erfordert die Situation Verhandlungen mit dem Ministerium (= übergeordnete Dienststelle), muss der Fall an den Zentralausschuss abgegeben werden. Der DA ist ein Kollegialorgan. Beschlüsse können nur mit Stimmenmehrheit gefasst werden. An der PH Wien werden heuer erstmalig acht Mandate vergeben.

Wahl für den Zentralausschuss (ZA)

Der Zentralausschuss ist dem Dienststellenausschuss übergeordnetes Gremium. Aufgabe des ZA ist die Behandlung von dienststellenübergreifenden Angelegenheiten. Die Verhandlungsebene ist auf Höhe des Ministeriums. Hier werden Verhandlungen wie z.B. über das Dienstrecht und Hochschulgesetz geführt! Beschlüsse können nur mit Stimmenmehrheit gefasst werden. Derzeit besteht der ZA aus vier FCG und einem FSG Mandat. Ab der PV Wahl 2014 wird es im ZA sechs Mandate geben, die fraktionell aufgeteilt werden.

Wahl für den Gewerkschaftlichen Betriebsausschuss (GBA)

An der PH Wien wird das Wahlergebnis des Dienststellenausschusses auf die Gewerkschaftswahl umgelegt (keine eigene Wahl). Gewerkschafter und Gewerkschafterinnen können auf allen Ebenen außerhalb des PVGs intervenieren.

WICHTIG: Mitverwendete und dienstzugeteilte Lehrerinnen und Lehrer haben sowohl an Ihrer Stammschule als auch an der PH das aktive Wahlrecht für den DA und ZA!!!

Nutze deine Stimme, damit wir Nachbesserungen im Dienstrecht durchsetzen können.

PH Wien: Änderungen – Veränderungen

von Linda Urban

Mein Engagement in einem starken Team der Liste FSG-SLÖ

Als langjährige Mitarbeiterin an der PH Wien kenne ich die die Sorgen um die Arbeitsbedingungen Daher ist es mir als Kandidatin für den Dienststellenausschuss ein großes Anliegen, die Wünsche, Ideen sowie Vorstellungen der hier arbeitenden Kolleginnen und Kollegen aufzugreifen und mich dafür einsetzen, dass alle die bestmögliche Unterstützung für Ihren Tätigkeitsbereich erhalten. Wie bei persönlichen Gesprächen darauf hingewiesen, ist mir ein besonderes Anliegen, eine Überarbeitung des derzeit geltenden Dienstrechtsgesetzes (u.a. eine Verbesserung der „All-inklusive“-Vorgaben)

Als FSG-SLÖ-Teamplayerin bin ich fest davon überzeugt, dass nur unser Weg der richtige ist, um Ungerechtigkeiten aufzuzeigen bzw. um eine nachhaltige Verbesserung unserer Arbeitsbedingungen zu erreichen.

Hier einige Gründe, die für unser Team der Liste FSG-SLÖ sprechen:

– wir wissen, was unbedingt geändert gehört

– wir wissen, was wir verbessern und erreichen wollen.

  • Wir wollen eure/Ihre Interessen vertreten
  • Wir wollen eure Sorgen und Anliegen in den Mittelpunkt unserer PH-Vertretungsarbeit stellen
  • Wir wollen eine soziale und gerechte Richtung vorgeben
  • Wir wollen neue Denkprozesse einleiten und Ungerechtigkeiten sowie Unklarheiten beim Dienstrecht beseitigen
  • Wir wollen stärken werden und Zuwächse erzielen, um erfolgreich unsere Forderungen durchzusetzen

Ich wünsche mir für unser Team der Liste FSG-SLÖ einen großartigen Wahlerfolg

durch deine/Ihre Unterstützung!

Limits für „All-Inclusive“!

 „Home-Office“ auch für mitverwendete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
von Andrea Kallinger-Aufner

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PH Wien sind auf Grund Ihrer vielfältigen  Aufgaben und Tätigkeitsbereiche hoch belastet. Ein All-inclusive-Paket, das nicht in Stunden, sondern in Aufgabenbereichen geschnürt wird, führt zu übermäßiger Arbeitsbelastung bis hin zur Selbstausbeutung. Die Arbeit auf Hochtouren, der Zeitdruck führt zu Stress, gesundheitlichen Beschwerden und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz.

Der ÖBG ist prinzipiell gegen All-inclusive-Verträge und laut aktuellem Regierungsprogramm von SPÖ und ÖVP soll bei All-in-Verträgen mehr Transparenz geschaffen werden. Für dienstzugeteilte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für das Stammpersonal der PH Wien wurde ein eben solches All-inclusive-Paket vereinbart. Bei Vorstellung des „Dienstrechts neu“ an der PH Wien seitens des ZAs wurde versucht,  uns die Neuerungen schmackhaft zu machen und von uns wurde erwartet, dem neuen Dienstrecht eine Chance in der Praxis zu geben und es erst einmal auszuprobieren. Uns wurde auch gesagt, dass bei etwaigen Schwächen im Dienstrecht in der Praxis dieses noch nachgebessert, repariert werden könne.

Wir haben dieses Dienstrecht neu nun „ausprobiert“ und wissen, welche Schwächen nachgebessert werden müssen. Wir leben tagein und tagaus mit den Konsequenzen eines All-inclusive-Pakets, in dem die Lehre allein zählt, keine Zeit für Forschung und Weiterqualifizierung bleibt und in dem uns noch zahlreiche andere Aufgaben wie Planung von Veranstaltungen, Betreuung von Bachelorarbeiten etc. zugeteilt wird, ohne letztendlich darauf zu achten, dass auch wir uns in einer durchschnittlich gesetzlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden bewegen. Stundenregelung? Gibt’s nur in der Lehre und sonst soll alles „nebenbei“ rennen…

Bei der Vorstellung des Dienstrechts neu wurde uns auch gesagt, dass wenn wir unser Arbeitspaket erledigt haben, wir unsere Zeit frei nutzen könnten. In Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen höre ich immer wieder, dass Ihre Aufgaben innerhalb der Jahresarbeitszeit nicht  zu bewältigen sind und sie ständig unbezahlte Überstunden machen müssen. Ja, das ist „All-inclusive“!

Teil unseres All-inclusive-Pakets ist auch die Urlaubs- statt der Ferienregelung. Was sich theoretisch so gut anhört, – die Möglichkeit, auch in Nicht-Ferien-Zeiten auf Urlaub zu gehen -, ist in der Praxis für die in der Lehre Tätigen (und das sind fast alle Personen) nicht machbar.  Die Lehre hat -wieder- Priorität und daher können sich die meisten von uns maximal ein paar Tage zwischen den Lehrveranstaltungen Urlaub nehmen und das erst nachdem der Stundenplan bekannt gegeben wurde. Urlaubsplanung auf längere Sicht ist nur in den Ferien möglich und da dies so ist, frage ich mich, warum nicht gleich die Beibehaltung der Ferienregelung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PH im All-inclusive verhandelt wurde. Das, was wir jetzt haben, ist „the worst of all“ … weniger Urlaub als die vorher auch an der PH herrschende Ferienregelung und dazu noch Urlaub, der fast nur in den Ferien konsumiert werden kann.

Die Arbeitsbedingungen an der PH Wien haben sich in den letzten 2 Jahren dramatisch verändert, was zuletzt dazu führte, dass sich Expertinnen und Experten wieder in die Schule zurückbegeben haben, weil sie – nach einem Jahr All-inclusive – unter solchen Rahmenbedingungen nicht mehr tätig sein wollten.

Unzufriedenheit herrscht auch bei mitverwendeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, weil sie – selbst bei einer Zuteilung von wenigen Werteinheiten – auch außerhalb ihrer Arbeitszeit vor Ort an der PH daheim Emails beantworten, Telefonate führen oder nicht erledigte Arbeit fertigstellen. Diese Arbeitszeit wird offiziell nicht gerechnet, da die Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit „vor Ort“, also im Büro an der PH, verrichten müssen. Es ist nicht nachvollziehbar, worin der Unterschied besteht, ob administrative Aufgaben von daheim aus oder vor Ort erledigt werden; um mitverwendeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr zeitliche und räumliche Flexibilität zu gewähren, sollen diese ihre Aufgaben auch von zu Hause aus erledigen können. Dies ist auch im Sinne der PH, da bei Home-Office Aufgaben schneller erledigt werden können und, z.B. bei der Beantwortung von Mails, nicht erst darauf gewartet werden muss bis die betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder vor Ort in ihrem/ seinem Büro sind.

Nur zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen eine lebendige, sich gegenseitig befruchtende Organisation, die weiterwachsen kann.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PH Wien kämpfen wir daher um gerechtere Arbeitsbedingungen und fordern

 Limits für All-inclusive-Pakete!

Ø  Transparente Arbeitspakete unter Angabe von Stunden

Ø  Anerkennung und Bewertung von ALLEN Aufgabenbereichen

Ø  Recht auf und Zeit für Forschung

Ø  Recht auf und Zeit für Weiterqualifizierung und Weiterbildung

Ø  PH-autonome freie Tage in jedem Semester

Ø  wochenweise Urlaub auch während des Studienbetriebs

 „Home-Office“ für mitverwendete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Dafür kämpfen wir. Darum kandidiere ich.

In Zeiten wie diesen…

von Jürgen Kellner

In Zeiten wie diesen, wo der ministerielle Sparstift…..
·         die TeilnehmerInnenanzahl in den Lehrveranstaltungen in die Höhe treibt
·         den  gewerkschaftlich (schlecht) ausverhandelten Lehraufwand, der in der Regel wegen „außergewöhnlichen Umständen“  gehoben werden „muss“
·         die Ferienregelung auf Urlaubszeit verkürzt, aber nur in den Ferien (lehrveranstaltungsfreien Zeite) konsumiert werden darf, und nur ab dem Zeitpunkt,  ab dem der Studenplan fixiert ist

 In Zeiten wie diesen, wo Institutsleiter/innen wegen
·         besonderen Umständen Anwesenheitspflichten verordnen- konträr dem Arbeitpaket
·         nicht Anwendbarkeit von üblichen Dienstnehmerruhezeiten und Höchsttagesarbeitszeiten bei Lehrpersonal (08:00- 21:00 Lehre, am nächsten Tag um 08:00 wieder Lehre)
·         jeder Kopie, jedem Formular eine Stellungnahme, Ansuchen benötigen

In Zeiten wie diesen, wo Mitverwendete Kolleg/innen/en
·         durch einen rektoralen Gnadenakt die Krankenstandstage nicht einarbeiten müssen
·         verpflichtende Anwesenheitszeiten bekannt geben müssen, sollte jedoch ein Feiertag dabei sein, schummeln wir halt ein wenig, wer braucht schon bezahlte Feiertage?

In Zeiten wie diesen, ist es gut
·         mit fast zwanzig hochmotivierten Kolleginnen und Kollegen, aus allen Bereichen und Instituten, an Montagen, spätnachmittags, in der Freizeit, beieinander zu sitzen
·         über Arbeitszeitgesetze und Arbeitspakete, über Querschnitt- und antiquierten Matrixorganisationsformen zu diskutieren
·         über mögliche oder unmögliche PH1, PH2, PH3 Einstufungen zu philosphieren
·         über wissenschaftliche Forschung im Haus zu referieren oder
·         ganz einfach die persönliche Befindlichkeit zu reflektieren.

Personalvertreterin in diesen Zeiten

Liebe Kolleginnen!

Liebe Kollegen!
Als Personalvertreterin in Zeiten wie diesen …
… bewege ich mich im Dschungel eines DIENSTRECHTS_NEU
… höre die vielfältigen Anliegen der Kolleginnen und Kollegen
… versuche Klarheit mittels Recherchen in diversen Papierfluten zu erlangen
… führe sachliche und offene Gespräche
… erwarte klare und „ungeschminkte“ Antworten
… trete ein für vernünftige Novellierungen der Hotspots (siehe dazu die Artikel hier auf dieser Seite) im Sinne aller Kolleginnen und Kollegen!!!
Eure Sybille Roszner

Positive Änderungen des Hochschulgesetzes für PH-Lehrerinnen und -Lehrer ?

Auf dem Weg zu einem differenzierten, transparenten Personalentwicklungskonzept an der PH?
von Thomas Bauer, Internationales Büro PH Wien

Bei der am 8. Oktober an der PH Wien abgehaltenen Dienststellenversammlung haben wir unter anderem vernommen, dass demnächst in Anlehnung an universitäre Gegebenheiten im Februar zwischen 3 -5 Wochen lehrveranstaltungsfreie Zeit möglich sein wird.

Das klingt ja ausnahmsweise einmal erfreulich und nach einer Verbesserung… dachte ich mir vorerst. Viele von uns haben im ersten Jahr nach Inkrafttreten des neuen PH-Dienstrechts festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, die (5-)6 Wochen Urlaub im akademischen Jahr zu verbrauchen. Nämlich dann, wenn man mit Deadlines administrativ zugedeckt wird, aber vor allem 2x 16 Wochen Lehre abzuhalten hat.

Wenn nun zukünftig die Studienkommission beschließt z. B. eine vierwöchige Pause vor Beginn des Sommersemesters einzulegen, dann brächte das natürlich Entspannung für Studierende, Lehrende und auch Forschende bzw. Administrierende.

Dann hab ich etwas weiter gedacht und mich informiert, wie es denn an den Universitäten gehalten wird. Hier findet man rasch einen sehr großen Unterschied. Nirgends wird eine Gesamtstundenanzahl für die Lehre angeführt. Das bedeutet, dass z.B. an der Masaryk Universität in Brünn 1 Semesterwochenstunde 12 Einheiten (pro Semester) an Lehre umfasst. An der Universität Wien sind es im Regelfall 14 Einheiten.

An der PH wären es aber dann weiterhin 320 bzw. 640 Stunden in realita und das bei verkürzten Zeiten im Sommersemester.

Aus persönlichen Gesprächen im Rahmen der Vorbereitung für die Personalvertretungswahlen wissen wir, dass manche Kolleginnen und Kollegen gerne 20 Stunden pro Woche an der PH unterrichten (u.a. damit sie nicht noch stärkere Gehaltsverluste erleiden). Andere wiederum z. B. PH 1 Eingestufte schnaufen bei 17 Wochenstunden plus Administration, Bachelorarbeiten-Betreuung und einem eigentlichen Forschungsauftrag. Andere, die aus der Fortbildung kommen und dort bisher zu annähernd 100 Prozent in der Administration gearbeitet haben und z.B. PH 3-wertig eingestuft sind, müssen nun zusätzlich zu ihrer Administrationsbetreuung noch etwa 10 Wochenstunden (x 32 Semesterwochen !) unterrichten. Welcher Bereich qualitativ darunter leidet, kann man sich aussuchen…Dank dem neuen, allumfassend inklusiven Dienstrecht.

Falls dann nur mehr die Zeit von März – Ende Juni in der Ausbildung unterrichtet wird, muss zwangsläufig in dieser Zeit das Wochenstundenausmaß für Unterricht steigen müssen, besonders dann wenn beim Gesetz darauf vergessen wird, die Lehre zu reduzieren oder eben an die Semesterstundenregelung der Universitäten diese anzugleichen. Es wäre illusorisch zu glauben, dass die Universitäten sich an die PH angleichen würden.

An Forschung ist im Sommersemester wohl kaum mehr zu denken und es bestünde die große Gefahr, dass die Stunden die man in der Ausbildung nicht halten kann (weil verkürzt), man diese dann im Sommer oder auch im Februar in der Fortbildung abdienen kann/muss.

Wir dürfen diesmal nicht schon wieder draufzahlen!

Falls jemand weiterhin gerne über 20 Stunden pro Woche unterrichten will, so soll er dies in vorheriger Absprache mit seiner Institutsleitung tun können. Gleiches aber auch in die andere Richtung: Wenn jemand in PH 1 eingestuft ist, soll er/sie seinen Forschungsauftrag auch tatsächlich erfüllen können. Oder ein(e) PH 2 Kollegin oder Kollege, die/der 15 – 20 Wochenstunden in der Lehre bereits eingesetzt ist und sich Richtung PH 1 mittels Schreiben einer Dissertation weiterentwicklen möchte, dies auch tatsächlich berücksichtigt und ermöglicht werden soll.
Ein differenziertes transparentes Personalentwicklungskonzept für PH 3, PH 2 und PH 1-Lehrerinnen und Lehrer sollte der Schritt in die richtige Richtung sein. Hier ist sicherlich das Institut für Hochschulmanagement und auch das Vizerektorat für Qualitätssicherung und Forschung gefordert.

Dafür und dass wir beim zukünftigen Paarlauf mit der Universität nicht in Nachteil geraten, möchte ich mich einsetzen. Ich bin wählbar!

Dienstrecht NEU und Forschung? Geht nicht, gibt’s!

von Thomas Strasser, Institut für übergreifende Bildungsschwerpunkte

Lehre, Forschung und Entwicklung sind in der Regel die zentralen Arbeitsbereiche der PHs. Fakt ist, dass der Lehre die größte Bedeutung zukommt. Natürlich sind auch einige Forschungsperformanzen an den PHs vor allem im berufsfeldspezifischen Kontext erkennbar. Um sich aber in einer internationalen und transsektoralen Scientific Community als Hochschule positionieren bzw. eine gewisse Reputation aufzubauen zu können, bedarf es im wissenschaftsdiskursiven- bzw. -performativen Kontext einer weit höheren Professionalität der PHs in unterschiedlichen Forschungssegmenten.

Diese eben genannte Professionalität, die traditionell stärker an den Universitäten verankert ist, hat aus meiner Sicht nach wie vor starke Defizite an den Pädagogischen Hochschulen. Der Grund dafür ist sicherlich nicht ausschließlich die mangelnde Forschungskompetenz der Dozierenden (alleine in unserem Haus gibt es eine immer größer werdende KollegInnenschaft, die ihre Expertise in international anerkannten Projekten bzw. Publikationen präsentiert), sondern vielmehr ein schlecht verhandeltes, die Forschungsdimension komplett ausblendendes Dienstrecht. Um bestehende Forschungsexpertise im Haus auch (inter)national ausbauen bzw. Forschungsnachwuchs fördern zu können, braucht es aber mehr als ein nicht gerade wissenschaftsförderndes Dienstrecht, das von forschungsfernen Gewerkschaftern ausgehandelt wurde.

Ein 5/6-Wochen-Urlaubskonzept, das mit dem Killerargument der Anpassung an die privatwirtschaftliche Usance tretmühlenartig gepredigt und gerechtfertigt wird (Anmerkung: generell ist es in Frage zu stellen, privatwirtschaftliche Modelle in Bildungseinrichtungen einzuführen), ist eine Farce, da es de facto nicht die Möglichkeit gibt, sich in der lehrveranstaltungsintensiven Zeit Urlaub zu nehmen, also ein pseudo-privatwirtschaftliches Modell mit vielen Falltüren. Nun ist es einmal so, dass sich Call-for-Papers, wichtige Tagungen bzw. wissenschaftliche Projektdeadlines nicht nach verschulten Stundenplänen der PHs richten, sodass viele ForscherInnen ihre, für die eigenen Karriere bzw. Reputation der PH förderliche Papers (somit eine win-win-Situation) bei Tagungen nicht präsentieren/disseminieren können, da möglicherweise ein Termin mit einer LV kollidiert und auch in vielen Fällen nicht einmal der freiwillig geopferte Urlaub (Paradoxon: man muss teilweise um Erholungsurlaub(!) für die im Arbeitspaket ohnehin festgehaltenen Aufgaben, wie z.B. der Forschung, ansuchen) genehmigt wird, denn: die Lehre geht vor. Fairerweise muss konstatiert werden, dass sich die meisten InstitutsleiterInnen bemühen, die ForscherkollegInnen freizuschaufeln, was aber nur in den wenigsten Fällen und vor allem nur bei jenen KollegInnen funktioniert, die z.B. aufgrund eines Stipendiums reduziert in der Lehre tätig sind (Stichwort: verschultes Stundenplanprinzip mit wenig terminlichen Gestaltungsräumen). Und das sind an den PHs sehr wenige KollegInnen, da aufgrund des Primats des überdimensionierten Lehrdeputats ForscherInnen eben mehr lehren als forschen (müssen).

Das ist der falsche Ansatz, der u.a. aber auch mit den ausverhandelten „all inclusive“-Verträgen, die lediglich die Lehre zahlenmäßig/zeitressourcentechnisch präzisieren und das Forschungsportfolio mit vage formulierten Textbausteinen „definieren“, begründet werden kann. Es ist somit eine eindeutige Pauschalisierung des workloads sowohl aus konzeptioneller und personalpolitischer Sicht vor allem im Bereich der Forschung erkennbar. Das Dienstrecht NEU mit seinen „all inclusive“-Verträgen, ausverhandelt von zugegebenermaßen sehr provinziell denkenden, konservativen und forschungsfremden Gewerkschaftern, verhindert aktive Partizipation der PH-ForscherInnen am wissenschaftlichen Diskurs, da es bei vielen rein aus zeitlichen Gründen (hohe Lehrverpflichtung) bzw. aufgrund unscharfer, globaler Verklausulierungen im Bereich der Forschung und der immer mehr werdenden und selbst zu erledigenden Verwaltungsaufgaben (Stichwort: keine Nachbesetzungen im Verwaltungsbereich) kaum mehr möglich ist, sich der Forschung ernsthaft zu widmen. Ein Dienstrecht NEU mit unscharf formulierten „all-inclusive“-Arbeitspaketen, einer undifferenzierten Pauschalisierung der Arbeit, bei der Verwaltungsaufgaben, intellectual outcomes, Studierendenservice, etc. kategorisch bzw. undifferenziert in ein und denselben Topf geworfen, verwaltungsaffine MitarbeiterInnen zur Forschung bzw. Lehre und ForscherInnen zu einem unverhältnismäßig hohem Lehrdeputat und teilweise schikanösen Verwaltungsaufgaben verpflichtet werden und man vor allem (dienst)jüngeren MitarbeiterInnen (mit einem ohnehin schon relativ niedrigem Salär) sämtliche Zusatzleistungen bzw. Mehrdienstleistungen monetär streicht und durch schwammige Formulierungen in einem „All-inclusive“-Vertrag versteckt, wird mit großer Sicherheit dazu führen, dass PH-Forschung vor allem auch im momentan statt findenden curricularen Diskurs mit den Unis (Stichwort: PädagogInnenbildung NEU) nicht wahrgenommen wird, aktive wissenschaftliche Gestaltungsmöglichkeiten u.a. auch bei der Sekundarstufenausbildung verhindert bzw. bloß ein Hobby ambitionierter PH-ForscherInnen, deren Perspektivlosigkeit mit einer wissenschaftsfeindlichen All-in-Regelung teilweise schon determiniert ist, bleiben wird.

Daher:

Zuviel ist zuviel!

#Dienstrecht NEU verschärft Ungerechtigkeiten vor allem im Bereich der Forschung. Wir fordern:

  • eine Verringerung des Lehrdeputats bei ForscherInnen
  • Abschaffung des „all-inclusive“ Dienstrechtes und viel konkreteres Wording bzw. Aufgaben im Bereich der Forschung (Abschaffung von Allgemeinposten wie „Forschungsarbeit an der PH Wien“ hin zu klaren Forschungsaufträgen bzw. Meilensteinen (z.B. Teilnahme an mehreren CfP, )
  • Verringerung der zeitintensiven Verwaltungsarbeit, Aufstockung des Verwaltungspersonals.