Schlagwort-Archive: arbeitszeit

Mitverwendungen an der PH Wien

Die Beantragung einer Mitverwendung erfolgt durch das Rektorat der PH Wien. Die Periode erstreckt sich hierbei immer über ein volles Studienjahr, von 1. September bis 31. August, wobei begründete Ausnahmen möglich sind. Ab 1. September 2015 beträgt die Mitverwendung höchstens 10 Werteinheiten, entsprechend 50% der Vollbeschäftigung. Mitverwendungen (MV) gibt es für Landes Lehrer/innen, Bundeslehrer/innen und Praxisschullehrer/innen (sowohl vertraglich als auch pragmatisiert).

Der Aufgabenbereich umfasst den Einsatz in der Lehre und/oder in nicht unterrichtlichen Tätigkeitsbereichen. Bei einer MV von 50 % der Vollbeschäftigung, wären das z.B. bei ausschließlichem Einsatz in der Lehre 320 Lehrveranstaltungsstunden (= 10 Semesterwochenstunden) oder im Bereich der nicht unterrichtlichen Tätigkeit 800 Arbeitsstunden über das ganze Studienjahr. Ein verschränkter Einsatz ist natürlich ebenfalls möglich.

Die Arbeit erfolgt in örtlicher Gebundenheit an der PH Wien, in der Lehre sowieso, aber auch im Bereich der nicht unterrichtlichen Tätigkeit. Der neue DA, unter der Führung der Gruppe FSG/SLÖ, hat aktuell durchgesetzt, dass zumindest 10% der nicht unterrichtlichen Arbeit (in Absprache mit der jeweiligen Institutsleitung) nicht ortsgebunden abgehalten werden müssen.

Die finanzielle Einstufung erfolgt nach dem Gehaltsschema der Hochschullehrpersonen. Zumeist bedeutet das für mitverwendete Lehrer/innen der Verwendungsgruppe L2a2 eine Einstufung in PH3/ph3. Sollten die Ernennungserfordernisse für PH 2/ph2 erfüllt werden (Siehe dazu Erfordernisse im PH Dienstrecht!) ist eine Ergänzungszulage auf PH2/ph2 möglich.

480 Stunden Lehre sind ausreichend!

Der Dienststellenausschuss hat anläßlich der laufenden MitarbeiterInnengespräche auf Initiative der fsg Fraktion auf die gesetzlichen Bestimmungen hngewiesen:

Liebe Kolleginnen und Kollegen,
 
die Zeit drängt, die Mitarbeiter/innengespräche sind fast alle abgeschlossen, jetzt geht’s um die Arbeitspakete. Der DA möchte euch darauf hinweisen, dass wir der Ansicht sind, dass 480 UE Lehre mehr als genug sind.
 
Zur Erklärung – die Mitteilung des ZAs legt die Pflichten von Lehrpersonen folgendermaßen fest:
 
„Grundlage für die schriftlichen Festlegungen (Arbeitsvertrag) sind die Punkte des BDG § 200d. (2) und VBG § 48g (2): Nach Maßgabe ihrer Qualifikation und der Beauftragung hat sie insbesondere
 
1. Lehrveranstaltungen (einschließlich solcher unter Einbeziehung von Formen des Fernstudiums und elektronischen Lernumgebungen) sowie Prüfungen abzuhalten,
2. Aufgaben in der wissenschaftlich-berufsfeldbezogenen Forschung zu erfüllen,
3. Studierende zu beraten und, insbesondere bei der Abfassung von Bachelorarbeiten, zu betreuen,
4. an Organisations- und Verwaltungsaufgaben, einschließlich der Evaluierung und Qualitätssicherung, mitzuwirken,
5. Bildungsangebote zu entwickeln und zu betreuen und
6. Schulentwicklungsprozesse zu begleiten.
 
Mehrgliedriges Verwendungsbild heißt, dass der Arbeitsvertrag mindestens zwei Punkte aus den 6 Dienstpflichten enthalten muss!
 
Beispiel eines „Arbeitspaketes“ für ein Vollbeschäftigungsäquivalent:
Ziffer 1: Regeleinsatz in der Lehre 15 SWSt. incl. Abhaltung von Prüfungen  +
Ziffer 2: Beratung der Studierenden, Betreuung bei Bachelorarbeiten  +
Ziffer 4: lehrbezogene Organisations- und Verwaltungsaufgaben,
               Evaluierung und Qualitätssicherung
 
Stehen die Arbeitsbereiche der Punkte 2, 5 und 6 im Mittelpunkt des Arbeitsvertrages, werden diese, von obiger Basis (Regelfall) ausgehend, inhaltlich zu beschreiben und zu bewerten sein (Arbeitsplatzbeschreibungen) und je nach Umfang zu einer Reduzierung der Lehre unter Nutzung der gesetzlichen Bandbreite führen.
 
Ein darüber hinausgehender Einsatz in der Lehre (z.B. 2 SWSt. für PH1, 5 SWSt. für PH2 / PH3) ist im Ausnahmefall möglich (freiwillig bei Bedarf bis zu 10 SWSt. zusätzlich, gilt aber ebenso als Ausnahmesituation!)
 
Natürlich sind alle auch bisher erbrachten Tätigkeiten und Verpflichtungen (z.B. Dienstbesprechungen, Konferenzen, allfällige Sprechstunden u.ä.) Teil eines „Arbeitspaketes“. 
 
Eine Hilfestellung in der Bewertung (arbeitsmäßiger Umfang) von Tätigkeiten der Nicht-Lehre kann in der derzeitigen Einschätzung und Zuteilung von Werteinheiten für Aufgaben der Punkte 2, 5 und 6 gegeben sein.“
 
Falls es zu einem Einsatz über 480 UE in der Lehre (15 SWSt.) in euren Arbeitspaketen kommen sollte, könnt‘ ihr euch gerne an den DA wenden!

 

red ma drüber 1-15: MitarbeiterInnengespräche

heferl„Red ma drüber…“
Wann: Mi 28.1.2015 um 17 Uhr

Themen:
MitarbeiterInnengespräche
Dienstvereinbarungen
Planungshilfe Arbeitspakete

Wo: Restaurant Anningerblick
Dr.-Eberle-Gasse 3, 1100 Wien
(ca 5 min. zu Fuß von der PH)

„…uns interessiert’s, was ihr euch denkt“

„Red ma drüber…“ ist als kontinuierliche Veranstaltungsreihe zur direkten Kommunikation geplant.  Bei diesem Treffen wollen wir mit euch über mögliche Problemstellungen bei den MitarbeiterInnengesprächen diskutieren und Hilfestellungen seitens der FSG-SLÖ für Problemlösungen besprechen. Eine zentrale Frage ist jedenfalls, wie es zu einer passenden Dienstvereinbarungen kommt, die sowohl den persönlichen als auch den institutionellen Anforderungen gerecht werden können. Siehe dazu auch unsere Informationen hier auf der Webseite.

Aufgabenplanung 2015/16

In einigen Instituten haben die MitarbeiterInnengespräche für das Studienjahr 2015/15 bereits begonnen, andere folgen demnächst. Ziel dieser Gespräche ist unter anderem die

Festlegung der Dienstpflichten (Dienstvereinbarung)

Die gesetzliche Basis ist das Beamtendienstrechtsgesetz (BDG).

In der Umsetzung werden an der PH Wien zwischen den MitarbeiterInnen (betrifft StammlehrerInnen und Dienstzugeteilte) und dem Rektorat Dienstvereinbarungen (DV) geschlossen.

Derzeit (Jänner 2015) gibt es noch keinen einheitlichen Prozess, wie die DV zustande kommt.

Wir streben an, dass die DV das Ergebnis aus einer gemeinsamen Planung von Institutsleitung und MitarbeiterIn ist und dies im Rahmen der MitarbeiterInnengesprächen dokumentiert wird.

Die DV  beschreibt ALLE Aufgaben, die im Rahmen der Dienstzeit zu erledigen sind. Dies beinhaltet folgende Teilbereiche:

  • Lehre (in Stunden – weist nur die Präsenzstunden aus )
  • Aufgaben in der wissenschaftlich-berufsfeldbezogenen Forschung
  • Bacbetreuung
  • Administration inkl. Evaluation
  • Entwicklungsaufgaben (Projekte etc.)
  • Begleitung Schulentwicklungsprozesse

(vgl. dazu BDG §200d und die ZA Info Gestaltung_der_Arbeitsverträge)

Da der Aufwand außer bei den Präsenzstunden der Lehre in der DV nicht quantitativ sondern zielorientiert beschrieben ist, ist eine möglichst konkrete Planung des Arbeitsaufwandes für die MitarbeiterInnen zu empfehlen. Diese Planung sollte Grundlage für MitarbeiterInnengespräche und letztlich für die DV sein.

Es ist auch anzuraten, die in der Dienstvereinbarung benannten Arbeitspakete in einer Aufstellung sowohl inhaltlich als auch im Stundenausmaß in einem Planungspapier zu konkretisieren. Eine solche Aufstellung dient der Transparenz und hilft sowohl den MitarbeiterInnen als auch der Institutsleitung.

Planung als Grundlage für passende DV

Für die Planung der Arbeitspakete haben wir ein einfaches Tabellenblatt entwickelt, in dem Sie selbst die einzelnen Aufgaben  und eine Einschätzung des Stundenaufwandes eintragen (xls-File download: Planungshilfe Arbeitszeit 2015) . Diese Planung dient nur zur eigenen Orientierung, kann aber auch als Grundlage für die Planung im Rahmen der MitarbeiterInnengespräche dienen.

Die Planung des Arbeitsaufwandes beruht auf Ihren bisherigen Erfahrungen sowie eventuell vorhandenen Projektanträgen (z.B. für Forschungs- oder Entwicklungsprojekte). Hier wird dann automatisch berechnet, ob sich die Planung auch zeitlich ausgehen könnte.

Im Dienstrecht wird keine Jahresarbeitszeit definiert. Aus dem Arbeitszeitgesetz sind Arbeitnehmer, die in einem Arbeitsverhältnis zu einer Gebietskörperschaft stehen, ausgenommen.  Um jedoch planen zu können, ist eine Kennzahl zu definieren. Grundlage für diese Berechnung ist eine Netto-Jahresarbeitszeit, die in etwa dem Durchschnitt in Österreich entspricht. Laut WKO wurden 2013 durchschnittlich 1738 Stunden gearbeitet . Weitere Informationen z.B. im europäischen Vergleich sind beispielsweise bei EUROFOUND zu finden. Die Jahresarbeitszeit für die Planung bei PflichtschullehrerInnen in Wien ist bei der APS FSG nachzulesen.

Wir empfehlen für die Planung eine Nettoarbeitszeit von 1720 bzw. 1760 Stunden (je nach Urlaubsanspruch 200 oder 240 Stunden jährlich,  vgl. BDG §64ff) zu veranschlagen. Urlaub sowie Feiertage sind hier bereits abgezogen.

Die Kennzahl dient nur zur Orientierung bei der Planung und ist keinesfalls einer realen Jahresarbeitszeit gleichzusetzen.

Hinweise zu den einzelnen Teilbereichen der DV:

ad Koordination / Administration:
Schätzen Sie Ihren Aufwand für Teambesprechungen, Besprechungen aufgrund der Matrixorgansiation (Institutsübergreifend), aber auch die allgemeinen Konferenzen und ihre eigene Fortbildung ein.

ad Lehre:
Laut  Dienstrecht §200e sind für PH1 160-480 Stunden/Jahr und für PH2 und PH3 320-480 Stunden/Jahr zu planen. Eine Erhöhung der Lehrpflicht bei PH1 ist im Bedarfsfall auf 544 Std./Jahr (17 SWSt) und bei PH2/PH3 auf 640 Std./Jahr(20 SWSt)  möglich.

Eine Verringerung der Lehrverpflichtung ist mit Begründung (z.B. erhöhte Forschungstätigkeit, Entwicklungsprojekte,…) in allen Verwendungsstufen auf bis zu 160 Std./Jahr möglich.

Wir erachten eine Arbeitsverteilung pro Person auf mehrere Teilbereiche für sinnvoll und empfehlen für die Planung eine Lehrverpflichtung von durchschnittlich 480 Stunden (vgl. Aussendung DA vom 26.1.2015) . Erhöhungen und  Verringerungen sind in den MitarbeiterInnengesprächen abzuklären.

In der DV sind nur die Präsenzstunden vereinbart. Planungs-, Administrations- und Betreuungsaufwand sind daher zusätzlich einzuplanen. Diesen Aufwand können Sie nur selbst einschätzen. Durch die bevorstehende Umsetzung des neuen Curriculums im Primarstufenbereich wird es vermutlich zu zusätzlichem Arbeitsaufwand kommen.

480 Präsenzstunden Lehre bedeuten dann durchschnittlich mind. 1000 Stunden Aufwand in der Planungstabelle. Je nach Art der Lehre kann der Aufwand auch noch höher sein.

ad Bacarbeiten:
Für Beratung bei der Konzeption und dem Schreiben sowie für die Beurteilung rechnen wir pro Bacarbeit für ErstbetreuerInnen mit einem Zeitaufwand von durchschnittlich etwa  12 Stunden. Für ZweitleserInnen zumindest 3 Stunden.

ad Forschung:
Forschungsprojekte beinhalten bereits in den Anträgen ausgewiesenen Stundenaufwand für die MitarbeiterInnen. Diese können für die Planung herangezogen werden.

ad Entwicklungsprojekte:
Hier gibt es oftmals keine Planungsgrundlagen wie Projektpläne o.ä. Nicht immer ist hier ein Arbeitsaufwand vorher absehbar. Dennoch sollten Sie, sofern Sie öfter an Entwicklungsprojekten mitwirken zumindest eine ungefähre Stundenzahl einplanen.

DA Aussendung 26.1.2015

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nachdem zum aktuellen Zeitpunkt die Mitarbeiter/innengespräche stattfinden, auf deren Basis dann die Dienstpflichten verschriftlicht werden, schicken wir nochmals die Unterlagen des Zentralausschusses im Anhang mit.

Zusammenfassend möchte der DA auf folgende Punkte verweisen:

  • Die Aufgaben (Dienstpflichten) von Hochschullehrpersonen an der Pädagogischen Hochschule sind in einem mehrgliedrigen Verwendungsbild im Gesetz (BDG) festgeschrieben, welches folgende Punkte umfasst:

Dienstpflichten

  • 200d. (1) Die Hochschullehrperson hat zur Erfüllung aller der den Pädagogischen Hochschulen gemäß § 8 Abs. 1 bis 6 und 8 Hochschulgesetz 2005 übertragenen Aufgaben beizutragen und die sich daraus ergebenden Obliegenheiten wahrzunehmen.

(2) Nach Maßgabe ihrer Qualifikation und der Beauftragung hat sie insbesondere

  1. Lehrveranstaltungen (einschließlich solcher unter Einbeziehung von Formen des Fernstudiums und elektronischen Lernumgebungen) sowie Prüfungen abzuhalten,
  2. Aufgaben in der wissenschaftlich-berufsfeldbezogenen Forschung zu erfüllen,
  3. Studierende zu beraten und, insbesondere bei der Abfassung von Bachelorarbeiten, zu betreuen,
  4. an Organisations- und Verwaltungsaufgaben, einschließlich der Evaluierung und Qualitätssicherung, mitzuwirken,
  5. Bildungsangebote zu entwickeln und zu betreuen und
  6. Schulentwicklungsprozesse zu begleiten.
  • Das heißt, die Aufgaben sollten in mehreren Bereichen festgeschrieben werden.
  • Für die quantitative Festlegung im Bereich Lehre gilt PH1: 160-480 LV-Stunden (5-15 SWSt), PH2/3: 320 – 480 LV-Stunden (10-15 SWSt).
  • Im Bedarfsfall darf diese Zahl überschritten werden, dies sollte aber keinesfalls die Norm sein: PH1 bis 544 LVSt. (17 SWSt), PH2/3 bis 640 LVSt. (20 SWSt).
  • Die Vollbeschäftigung wird nicht ausschließlich über den Einsatz in der Lehre definiert, sondern aus der Summe aller Arbeitsaufgaben.

Für Fragen stehen die Mitglieder des Dienststellenausschusses natürlich zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
für das Team,

Jürgen Kellner

__________________________________________________

 

Jürgen Kellner

Dienststellenausschuss Lehrende an der PH Wien

Vorsitzender

Limits für „All-Inclusive“!

 „Home-Office“ auch für mitverwendete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!
von Andrea Kallinger-Aufner

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PH Wien sind auf Grund Ihrer vielfältigen  Aufgaben und Tätigkeitsbereiche hoch belastet. Ein All-inclusive-Paket, das nicht in Stunden, sondern in Aufgabenbereichen geschnürt wird, führt zu übermäßiger Arbeitsbelastung bis hin zur Selbstausbeutung. Die Arbeit auf Hochtouren, der Zeitdruck führt zu Stress, gesundheitlichen Beschwerden und Unzufriedenheit am Arbeitsplatz.

Der ÖBG ist prinzipiell gegen All-inclusive-Verträge und laut aktuellem Regierungsprogramm von SPÖ und ÖVP soll bei All-in-Verträgen mehr Transparenz geschaffen werden. Für dienstzugeteilte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und für das Stammpersonal der PH Wien wurde ein eben solches All-inclusive-Paket vereinbart. Bei Vorstellung des „Dienstrechts neu“ an der PH Wien seitens des ZAs wurde versucht,  uns die Neuerungen schmackhaft zu machen und von uns wurde erwartet, dem neuen Dienstrecht eine Chance in der Praxis zu geben und es erst einmal auszuprobieren. Uns wurde auch gesagt, dass bei etwaigen Schwächen im Dienstrecht in der Praxis dieses noch nachgebessert, repariert werden könne.

Wir haben dieses Dienstrecht neu nun „ausprobiert“ und wissen, welche Schwächen nachgebessert werden müssen. Wir leben tagein und tagaus mit den Konsequenzen eines All-inclusive-Pakets, in dem die Lehre allein zählt, keine Zeit für Forschung und Weiterqualifizierung bleibt und in dem uns noch zahlreiche andere Aufgaben wie Planung von Veranstaltungen, Betreuung von Bachelorarbeiten etc. zugeteilt wird, ohne letztendlich darauf zu achten, dass auch wir uns in einer durchschnittlich gesetzlichen Arbeitszeit von 40 Wochenstunden bewegen. Stundenregelung? Gibt’s nur in der Lehre und sonst soll alles „nebenbei“ rennen…

Bei der Vorstellung des Dienstrechts neu wurde uns auch gesagt, dass wenn wir unser Arbeitspaket erledigt haben, wir unsere Zeit frei nutzen könnten. In Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen höre ich immer wieder, dass Ihre Aufgaben innerhalb der Jahresarbeitszeit nicht  zu bewältigen sind und sie ständig unbezahlte Überstunden machen müssen. Ja, das ist „All-inclusive“!

Teil unseres All-inclusive-Pakets ist auch die Urlaubs- statt der Ferienregelung. Was sich theoretisch so gut anhört, – die Möglichkeit, auch in Nicht-Ferien-Zeiten auf Urlaub zu gehen -, ist in der Praxis für die in der Lehre Tätigen (und das sind fast alle Personen) nicht machbar.  Die Lehre hat -wieder- Priorität und daher können sich die meisten von uns maximal ein paar Tage zwischen den Lehrveranstaltungen Urlaub nehmen und das erst nachdem der Stundenplan bekannt gegeben wurde. Urlaubsplanung auf längere Sicht ist nur in den Ferien möglich und da dies so ist, frage ich mich, warum nicht gleich die Beibehaltung der Ferienregelung für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PH im All-inclusive verhandelt wurde. Das, was wir jetzt haben, ist „the worst of all“ … weniger Urlaub als die vorher auch an der PH herrschende Ferienregelung und dazu noch Urlaub, der fast nur in den Ferien konsumiert werden kann.

Die Arbeitsbedingungen an der PH Wien haben sich in den letzten 2 Jahren dramatisch verändert, was zuletzt dazu führte, dass sich Expertinnen und Experten wieder in die Schule zurückbegeben haben, weil sie – nach einem Jahr All-inclusive – unter solchen Rahmenbedingungen nicht mehr tätig sein wollten.

Unzufriedenheit herrscht auch bei mitverwendeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, weil sie – selbst bei einer Zuteilung von wenigen Werteinheiten – auch außerhalb ihrer Arbeitszeit vor Ort an der PH daheim Emails beantworten, Telefonate führen oder nicht erledigte Arbeit fertigstellen. Diese Arbeitszeit wird offiziell nicht gerechnet, da die Kolleginnen und Kollegen ihre Arbeit „vor Ort“, also im Büro an der PH, verrichten müssen. Es ist nicht nachvollziehbar, worin der Unterschied besteht, ob administrative Aufgaben von daheim aus oder vor Ort erledigt werden; um mitverwendeten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern mehr zeitliche und räumliche Flexibilität zu gewähren, sollen diese ihre Aufgaben auch von zu Hause aus erledigen können. Dies ist auch im Sinne der PH, da bei Home-Office Aufgaben schneller erledigt werden können und, z.B. bei der Beantwortung von Mails, nicht erst darauf gewartet werden muss bis die betreffenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wieder vor Ort in ihrem/ seinem Büro sind.

Nur zufriedene Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter schaffen eine lebendige, sich gegenseitig befruchtende Organisation, die weiterwachsen kann.

Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der PH Wien kämpfen wir daher um gerechtere Arbeitsbedingungen und fordern

 Limits für All-inclusive-Pakete!

Ø  Transparente Arbeitspakete unter Angabe von Stunden

Ø  Anerkennung und Bewertung von ALLEN Aufgabenbereichen

Ø  Recht auf und Zeit für Forschung

Ø  Recht auf und Zeit für Weiterqualifizierung und Weiterbildung

Ø  PH-autonome freie Tage in jedem Semester

Ø  wochenweise Urlaub auch während des Studienbetriebs

 „Home-Office“ für mitverwendete Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter!

Dafür kämpfen wir. Darum kandidiere ich.

Positive Änderungen des Hochschulgesetzes für PH-Lehrerinnen und -Lehrer ?

Auf dem Weg zu einem differenzierten, transparenten Personalentwicklungskonzept an der PH?
von Thomas Bauer, Internationales Büro PH Wien

Bei der am 8. Oktober an der PH Wien abgehaltenen Dienststellenversammlung haben wir unter anderem vernommen, dass demnächst in Anlehnung an universitäre Gegebenheiten im Februar zwischen 3 -5 Wochen lehrveranstaltungsfreie Zeit möglich sein wird.

Das klingt ja ausnahmsweise einmal erfreulich und nach einer Verbesserung… dachte ich mir vorerst. Viele von uns haben im ersten Jahr nach Inkrafttreten des neuen PH-Dienstrechts festgestellt, dass es gar nicht so einfach ist, die (5-)6 Wochen Urlaub im akademischen Jahr zu verbrauchen. Nämlich dann, wenn man mit Deadlines administrativ zugedeckt wird, aber vor allem 2x 16 Wochen Lehre abzuhalten hat.

Wenn nun zukünftig die Studienkommission beschließt z. B. eine vierwöchige Pause vor Beginn des Sommersemesters einzulegen, dann brächte das natürlich Entspannung für Studierende, Lehrende und auch Forschende bzw. Administrierende.

Dann hab ich etwas weiter gedacht und mich informiert, wie es denn an den Universitäten gehalten wird. Hier findet man rasch einen sehr großen Unterschied. Nirgends wird eine Gesamtstundenanzahl für die Lehre angeführt. Das bedeutet, dass z.B. an der Masaryk Universität in Brünn 1 Semesterwochenstunde 12 Einheiten (pro Semester) an Lehre umfasst. An der Universität Wien sind es im Regelfall 14 Einheiten.

An der PH wären es aber dann weiterhin 320 bzw. 640 Stunden in realita und das bei verkürzten Zeiten im Sommersemester.

Aus persönlichen Gesprächen im Rahmen der Vorbereitung für die Personalvertretungswahlen wissen wir, dass manche Kolleginnen und Kollegen gerne 20 Stunden pro Woche an der PH unterrichten (u.a. damit sie nicht noch stärkere Gehaltsverluste erleiden). Andere wiederum z. B. PH 1 Eingestufte schnaufen bei 17 Wochenstunden plus Administration, Bachelorarbeiten-Betreuung und einem eigentlichen Forschungsauftrag. Andere, die aus der Fortbildung kommen und dort bisher zu annähernd 100 Prozent in der Administration gearbeitet haben und z.B. PH 3-wertig eingestuft sind, müssen nun zusätzlich zu ihrer Administrationsbetreuung noch etwa 10 Wochenstunden (x 32 Semesterwochen !) unterrichten. Welcher Bereich qualitativ darunter leidet, kann man sich aussuchen…Dank dem neuen, allumfassend inklusiven Dienstrecht.

Falls dann nur mehr die Zeit von März – Ende Juni in der Ausbildung unterrichtet wird, muss zwangsläufig in dieser Zeit das Wochenstundenausmaß für Unterricht steigen müssen, besonders dann wenn beim Gesetz darauf vergessen wird, die Lehre zu reduzieren oder eben an die Semesterstundenregelung der Universitäten diese anzugleichen. Es wäre illusorisch zu glauben, dass die Universitäten sich an die PH angleichen würden.

An Forschung ist im Sommersemester wohl kaum mehr zu denken und es bestünde die große Gefahr, dass die Stunden die man in der Ausbildung nicht halten kann (weil verkürzt), man diese dann im Sommer oder auch im Februar in der Fortbildung abdienen kann/muss.

Wir dürfen diesmal nicht schon wieder draufzahlen!

Falls jemand weiterhin gerne über 20 Stunden pro Woche unterrichten will, so soll er dies in vorheriger Absprache mit seiner Institutsleitung tun können. Gleiches aber auch in die andere Richtung: Wenn jemand in PH 1 eingestuft ist, soll er/sie seinen Forschungsauftrag auch tatsächlich erfüllen können. Oder ein(e) PH 2 Kollegin oder Kollege, die/der 15 – 20 Wochenstunden in der Lehre bereits eingesetzt ist und sich Richtung PH 1 mittels Schreiben einer Dissertation weiterentwicklen möchte, dies auch tatsächlich berücksichtigt und ermöglicht werden soll.
Ein differenziertes transparentes Personalentwicklungskonzept für PH 3, PH 2 und PH 1-Lehrerinnen und Lehrer sollte der Schritt in die richtige Richtung sein. Hier ist sicherlich das Institut für Hochschulmanagement und auch das Vizerektorat für Qualitätssicherung und Forschung gefordert.

Dafür und dass wir beim zukünftigen Paarlauf mit der Universität nicht in Nachteil geraten, möchte ich mich einsetzen. Ich bin wählbar!